Ungarn: Chaos pur. Wintereinbruch / Am 14. März brach im Westen Ungarns nach Schneestürmen der Verkehr völlig zusammen. Hilfe kam auch aus NÖ.

Erstellt am 17. März 2013 (16:49)

161 Rotkreuzhelfer aus Niederösterreich haben sich am Freitag, 15. März, auf den Weg nach Ungarn gemacht. Wegen des heftigen Schneefalls waren im Westen des Landes Tausende Menschen in ihren Fahrzeugen festgesessen. Auf der Autobahn M1 zwischen Budapest und der österreichischen Grenze waren fast 10.000 Menschen im Schnee eingeschlossen. Der Verkehr war auf 160 Straßen im Land sowie auf fünf Bahnstrecken unterbrochen.

Nikolaus Heroud vom Roten Kreuz Mödling war vor Ort: „Die Situation war mit unserem Schneeeinsatz auf der A21 vergleichbar.“ Was ihm besonders imponiert habe, sei das Engagement der Autobahn-Anrainer gewesen, die sich trotz des Katastrophenwetters zu Fuß ihren Weg zu den Stauopfern gebahnt haben: „Sie haben privat Sachen verteilt, Suppe und Flüssigkeit in Glasflaschen mitgehabt.“

Am Samstagnachmittag normalisierte sich die Lage, die M1 wurde freigegeben, die Staus auf der Ostautobahn lösten sich auf.

Die Situation in Ungarn hatte aber abseits der Staus auf der A4 auch Auswirkungen in Österreich. Aufgrund des Nationalfeiertags in Ungarn am Freitag waren rund 98 Prozent der Quartiere in der Hochkargemeinde Göstling ausgebucht. „Ein Spitzenwert im heurigen Winter“, sagt Elisabeth Fahrnberger, Geschäftsführerin des Tourismusvereines Göstlinger Alpen.

Doch mit dem extremen Wintereinbruch hatte keiner gerechnet. Die Folge: Jede Menge Stornos aus Ungarn oder Gäste, die gar nicht kamen oder erst nach stundenlanger Anfahrt mitten in der Nacht mit fast einem Tag Verspätung. „Einige Beherberger erzählten uns, dass ihre für Freitagmittag angekündigten Gäste erst am Samstag um 3 Uhr früh angekommen sind. Wir haben dadurch Einbußen von mindestens 30 Prozent“, sagte Fahrnberger am Sonntag.

Übrigens: Stornogebühren sollte es für die ungarischen Gäste nicht geben. Fahrnberger: „Das fällt in die Kategorie Naturkatastrophe. Es wäre sehr ungeschickt, wenn hier Stornogebühren verlangt würden.“