30 Monate Gefängnis wegen Hitler-Bild

Drei Männer (aus St. Pölten, Krems sowie dem Bezirk Zwettl) fassten bei einem Prozess in der Landeshauptstadt wegen Wiederbetätigung Haftstrafen aus, nur einer bekommt Bewährung. Die anderen beiden sind vorbestraft und nicht geständig.

Stefanie  Marek
Stefanie Marek Erstellt am 22. September 2021 | 13:18
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Schauplatz des Prozesses: Das Landesgericht St. Pölten
Foto: NÖN/Erna Kazic

„Ich hätte zweimal nachdenken sollen, bevor ich das weiterschicke“, meint ein 42-Jähriger aus dem Bezirk Zwettl vor Gericht. „Sie hätten besser sechsmal nachdenken sollen“, entgegnet der vorsitzende Richter des Schwurgerichts. Immerhin sind sechs Verbrechen nach dem Verbotsgesetz angeklagt. Bei keinem davon will sich der Mann groß etwas dabei gedacht haben, es sei nur Spaß gewesen. 

Was so lustig daran sein soll, Weihnachts- und Neujahrsgrüße „des Führers an euch im Kreise eurer deutschen Familien“ zu schicken, die Worte Sieg oder Heil in Chats zu schreiben, damit andere mit Sieg oder Heil antworten, versteht der Richter nicht. Erklären kann es der Angeklagte auch nicht. Dass Hitler, sowie die Worte Sieg und Heil Assoziationen mit dem Nazi-Regime wecken, auf die Idee sei er nicht gekommen.

Neben ihm auf der Anklagebank sitzen noch zwei weitere Männer. Ein 26-jähriger Bekannter des Erstangeklagten aus St. Pölten hatte auf ein Bild von Hitler, das ihm der 42-Jährige schickte mit einem Hakenkreuz geantwortet. Er sieht ein, dass das falsch und verharmlosend war. Der dritte Mann, ein 29-Jähriger aus Krems, soll ebenfalls ein Bild von einem Hitlergruß gepostet haben und gibt das auch zu.

Hohe Gefängnisstrafen wegen Vorleben

Die Geschworenen sprechen alle drei in allen Punkten einstimmig schuldig. Der Erstangeklagte muss für zwei Jahre ins Gefängnis, sein Handy wird konfisziert. Der Zweiangeklagte erhält zwei Monate bedingt mit Bewährungshilfe und der Drittangeklagte muss 30 Monate hinter Gitter.

Der Zweitangeklagte atmet erleichtert auf, er kommt vergleichsweise billig davon. Die anderen beiden scheinen nicht besonders getroffen von den über sie verhängten Urteilen. Die Strafen mögen übermäßig streng erscheinen, so der Richter. Weil der Erst- und der Drittangeklagte Vorstrafen haben, die Taten während der offenen Probezeit begingen und sich wenig einsichtig während der Verhandlung zeigten, sei keine niedrigere Strafe möglich gewesen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.