Verfahren gegen Alijew wegen Mordes eingeleitet. In der Causa um den mordverdächtigen kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev (Alijew) wird die österreichische Justiz nach zwei abgelehnten Auslieferungsanträgen aktiv. Seit etwa einer Woche ermittle die Staatsanwaltschaft wegen Mord und erpresserischer Entführung gegen Aliyev, sagte der zuständige Sektionschef im Justizministerium, Christian Pilnacek, am Montag gegenüber der APA.

Erstellt am 11. Juli 2011 (15:45)

In der Causa um den mordverdächtigen kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev (Alijew) wird die österreichische Justiz nach zwei abgelehnten Auslieferungsanträgen aktiv. Seit etwa einer Woche ermittle die Staatsanwaltschaft wegen Mord und erpresserischer Entführung gegen Aliyev, sagte der zuständige Sektionschef im Justizministerium, Christian Pilnacek, am Montag gegenüber der APA.

Der frühere Botschafter wurde in Kasachstan wegen der Entführung zweier Manager der kasachischen Nurbank verurteilt, die mittlerweile tot aufgefunden wurden. Die österreichische Justiz hat zwei Auslieferungsanträge Kasachstans abgelehnt und sah sich daher zuletzt massiver Kritik ausgesetzt.

Aliyevs Anwalt Manfred Ainedter sagte gegenüber der APA, er wolle nächste Woche Kontakt mit dem zuständigen Staatsanwalt in der Causa aufnehmen. Derzeit befinde sich dieser auf Urlaub. Es müsse die Frage geklärt werden, ob ein derartiges Inlandsstrafverfahren gegen seinen Mandanten überhaupt zulässig sei. Wo sich Alyiyev aufhält, wollte Ainedter nicht kommentieren.

"Wenn es ernsthafte Ermittlungen sind, bin ich sehr optimistisch", sagte Anwalt der Witwen der beiden Nurbank-Manager, Gabriel Lansky, am Montag gegenüber der APA. Ein Gerichtsgutachten aus Deutschland habe nicht nur die Opfer eindeutig identifiziert, sondern auch starke Indizien auf die Täter gegeben. So seien an den Leichen Folterspuren und Präparate festgestellt worden, die sich mit Zeugenaussagen deckten. Lansky betonte, drei Handlanger und Beteiligte von Aliyev würden in Österreich leben, möglicherweise auch ein vierter. Er gehe davon aus, dass das Mordverfahren auch gegen sie geführt werde. "Wenn das der Fall ist, steht der Fall vor der Aufklärung."