Verhängnisvolle Neigung. Wie ein Häufchen Elend sitzt der 76-jährige Bisamberger auf der Anklagebank. Sichtlich beschämt gibt er vor dem Schöffensenat zu, kassiertes Reisegeld (31.896 Euro) von Mitgliedern des Seniorenbundes nicht vollständig an den Reiseveranstalter aus dem Bezirk Korneuburg überwiesen zu haben.

Erstellt am 13. Mai 2014 (12:00)
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NOEN, Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)

Der wartet noch immer auf sein Geld. „Ich bin ja bereit, den Schaden zu bezahlen“, beteuert der Bisamberger.

„Sie hatten ausreichend Zeit, wenigstens einen Teilbetrag zu leisten. Trotz Zusagen ist aber noch kein Cent geflossen“, kommentiert Richterin Xenia Krapfenbauer unwirsch.

"Neige zu übermäßigen Geldausgaben"

Auch ein mittlerweile ehemaliger guter Freund des Bisambergers wartet noch immer auf die Rückzahlung eines Darlehens „Mit 1.800 Euro haben Sie doch eine sehr gute Pension. Ihre Frau auch. Haben Sie kostspielige Laster?“, fragt die Richterin.

„Ich neige zu übermäßigen Geldausgaben. Nach einem Schlaganfall haben die verordneten Medikamente das verstärkt“, erklärt der Angeklagte.

Der bislang unbescholtene, geständige Bisamberger wird rechtskräftig wegen gewerbsmäßig schweren Betruges zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.