Vier Tote bei Absturz. Drama /  Zwei befreundete Paare starben im Bezirk Amstetten, als ihr Auto von einer Forststraße abkam. Die Ursache wird unklar bleiben.

Erstellt am 11. Juni 2014 (00:01)
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Die Bergung gestaltete sich äußerst schwierig.Steinbach
Von Andreas Kössl

Ein Drama ereignete sich am Pfingstwochenende am Ybbsitzer Prochenberg im Bezirk Amstetten. Aus unbekannter Ursache kam am Samstag ein mit vier Personen besetzter Pkw bei der Talfahrt von der Prochenberghütte von der Forststraße ab und stürzte rund 150 Meter in die Tiefe. Alle vier Fahrzeuginsassen kamen dabei ums Leben.

Bei den Verunglückten handelt es sich um zwei Ybbsitzer Ehepaare im Alter zwischen 71 und 77 Jahren. Beide Paare waren als Alpenvereinsmitglieder viele Jahre lang als Hüttenwarte auf der Prochenberghütte aktiv. Erst kürzlich hatte eines der Paare sein 25-jähriges Hüttenwirt-Jubiläum begangen.

Auf gerader Strecke  abgekommen

Am Samstag fuhr man gegen 11.30 Uhr zum Mittagessen auf den Prochenberg. Das Unglück dürfte sich gegen 15.30 Uhr bei der Talfahrt ereignet haben. Der 76-jährige Lenker kam dabei mit seinem VW Golf rund 300 Meter oberhalb des Schrankens kurz nach einer 180-Grad-Kehre, bevor die Forststraße wieder in den Wald mündet, auf gerader Strecke von der Straße nach rechts ab. Das Auto stürzte das steile bewaldete Gelände hinab.

Gefunden wurden die Unfallopfer erst Sonntagmittag. Eine Tochter hatte auf der Hütte angerufen, nachdem ihre Eltern nicht aufgetaucht waren. Zwei Bergretter fanden schließlich den zertrümmerten Wagen und schlugen Alarm. Die Stelle ist von der Forststraße aus derart uneinsehbar, dass niemandem das Unglück auffiel, obwohl viele Wanderer und Mountainbiker unterwegs waren.

Die Polizei ermittelt derzeit die Unfallursache. Ob ein technischer Defekt, ein Fahrfehler, oder eine Akut-Erkrankung für den Unfall verantwortlich ist, ist nicht klar. „Da alle vier Personen bei dem Unfall ums Leben kamen, wird man die Ursache wohl nicht mehr feststellen können. Es gibt hier unzählige Möglichkeiten“, so Waidhofens Polizeikommandant Peter Herzog. Die Alpinpolizei wird einen Abschlussbericht vorlegen. Eine Obduktion des Fahrers wird nicht durchgeführt.

In Ybbsitz ist man geschockt. „Das ist eine rabenschwarze Stunde“, trauert Bürgermeister Josef Hofmarcher.