Von der Motorhaube unsanft auf Asphalt. Filmreif / Verprügelte gab Gas, aber Übeltäter klammert sich an Scheibenwischer. Mit Vollbremsung „befreite“ sich Opfer von Anhängsel.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 25. November 2013 (14:00)
Von Jutta Hahslinger

„Eine Hass-Liebe“, beschreibt eine Bekannte die Beziehung einer Korneuburgerin (41) mit einem 52-Jährigen. Eine turbulente, mitunter auch handgreifliche Liebesbeziehung, in der sich das Paar immer wieder trennt, dann aber doch wieder zusammenfindet.

Plötzlich war es ein Treppensturz

Zu dem Vorwurf wechselseitiger Bedrohungen beteuert das Paar vor Gericht seine Unschuld. Das sei halt ein etwas rauer Umgangston, erklärt es. Der 52-Jährige leugnet auch, seiner Gefährtin durch Schläge zwei Rippen gebrochen und eine Nasenprellung zugefügt zu haben.

Und die Korneuburgerin erklärt plötzlich, entgegen ihrer Aussage bei der Polizei, sie habe sich die Verletzungen durch einen Treppensturz zugezogen. Sie bleibt, trotz Zeugen, die Schmerzensschreie und Schlaggeräusche gehört haben, dabei und nimmt sogar ein Verfahren wegen falscher Aussage und Verleumdung in Kauf.

„Wie ist der derzeitige Beziehungsstand?“, will daraufhin Richter Manfred Hohenecker wissen. Derzeit sei man getrennt, eine Versöhnung könne aber nicht ausgeschlossen werden, erklärt das Ex-Paar.

„Ich war betrunken“, will die Weinviertlerin keine Erinnerung mehr daran haben, dass sie nach einem Streit mit dem Gefährten eine Höllenfahrt durch Korneuburg unternommen hat.

Zeugen: Stunt wie im Film

Zeugen schildern einen lebensgefährlichen Stunt: „Er lag auf der Motorhaube und klammerte sich an die Scheibenwischer. Sie brauste mit über Tempo 50 dahin. Dann legte sie eine Vollbremsung hin. Er flog davon und landete hart auf dem Asphalt.“

Eine Hüftprellung und Abschürfungen am Körper waren die Verletzungsfolgen. Weniger glimpflich als die Fahrt mit der unsanften Landung endet der Prozess für den vorbestraften Korneuburger: Es setzt eine neunmonatige Gefängnisstrafe. Dazu kommen noch drei Monate aus einer widerrufenen Strafnachsicht. Die bislang unbescholtene Korneuburgerin kommt mit drei Monaten auf Bewährung davon.