Waldhäusl: Keine Exoten für Privathaushalte. Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusl will Haltung von Giftschlangen, Echsen & Co verbieten.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 30. Juni 2020 (11:58)
Am 8. August 2019 wurden diese Tigerbabys in einer Privatwohnung gefunden, die Halterin landete vor Gericht.
APA/Österreichischer Tierschutzverein

Im August 2019 wurden in einer Wohnung in Hainburg zwei Tigerbabys entdeckt, die eine Frau aus der Slowakei nach Niederösterreich gebracht hatte. Die zwei Tierkinder, die angeblich von ihrer Mutter verstoßen worden waren, überlebten das Experiment Privathaltung nicht.

Vorfälle wie diese haben FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl jetzt veranlasst, an einem Gesetz zum Haltungsverbot exotischer Tiere in Privathaushalten zu arbeiten. Die Details dazu werden, wie Klubsprecherin Edda Kuttner der NÖN sagt, gerade von der zuständigen Fachabteilung ausgearbeitet. Ob ein entsprechender Antrag dem NÖ Landtag noch in diesem Jahr vorgelegt werden könne, sei noch unklar.

Landesrat Gottfried Waldhäusl will Wildtierhaltung verbieten.
Semrad

Die meisten „Exoten“ wie Gift- und Würgeschlangen, Echsen, Spinnen, Skorpione, Krokodile oder auch Wildkatzen kämen illegal ins Land, das wüsste man vom Zoll und aus Polizeikreisen, sagt Kuttner. Daher sei es unmöglich, eine Schätzung darüber abzugeben, wieviele exotische Tiere in Privathaushalten leben.

Konkret strebt Landesrat Waldhäusl ein generelles Verbot von Zucht, Handel, Erwerb und Haltung von gefährlichen Wildtieren in Niederösterreich an. Dabei geht es auch um Sicherheit, denn diese Tiere könnten sowohl für die Halter als auch für Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettung gefährlich werden. Gebäude, in denen diese Tierarten gehalten werden, müssten daher bis zum Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage zum Schutz der Öffentlichkeit mit einem entsprechenden Hinweisschild am Eingang ausgestattet werden, fordert Waldhäusl.