Missbrauch war gar nicht möglich. Massive Vorwürfe erhob eine Waldviertlerin gegen den besten Freund ihres Lebensgefährten: Sie gab bei der Polizei zu Protokoll, dass sie der 21-Jährige aus dem Bezirk Waidhofen am 2. Juli vergangenen Jahres vergewaltigt und schon vor dieser Attacke sexuell belästigt habe.

Erstellt am 15. Mai 2018 (04:07)
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Symbolbild

Nach einem geselligen Beisammensein mit Freunden sei ihr Gefährte schlafen gegangen. Sie habe noch Ordnung in der Küche gemacht, als der 21-Jährige aufgetaucht sei. Dann habe er ihr die Hose samt Slip mit einem Ruck bis zu den Knien hinunter gezogen, sie an den Hüften gepackt, hochgehoben und dann auf das Abwaschbecken gesetzt. Trotz heftiger Gegenwehr habe er nicht von ihr abgelassen, schildert die Frau.

Der angeklagte Waldviertler beteuert vor Gericht seine Unschuld. Er gibt zu, dass es einvernehmliche Intimitäten mit der Gefährtin seines Freundes gegeben habe. Er bedauere, seinen Freund hintergangen zu haben, aber er sei kein Vergewaltiger, beteuert er.

Zweifel an der Vergewaltigung lässt im Beweisverfahren der orthopädische Sachverständige aufkommen: Er schließt es aus, dass der Waldviertler als Träger einer einfachen Unterschenkelprothese, mit der man leicht die Balance verliert, eine wehrhafte Frau mit über 50 Kilogramm hochheben kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Das Urteil: Freispruch, rechtskräftig