Vorwürfe gegen Polizei nach WKR-Ball-Demo. Bei den Demonstrationen gegen den WKR-Ball sind am Freitag 20 Demonstranten festgenommen und neun Personen verletzt worden. Heute gab es Kritik an der Polizei und zwar von beiden Seiten. Ballorganisator Guggenbichler bemängelte, dass die sichere Zufahrt der Ballgäste nicht gewährleistet gewesen sei. Die ÖH hingegen warf der Polizei vor, sich auf die Seite der Burschenschafter geschlagen zu haben.

Erstellt am 28. Januar 2012 (11:32)

Bei den Demonstrationen gegen den WKR-Ball sind am Freitag 20 Demonstranten festgenommen und neun Personen verletzt worden. Heute gab es Kritik an der Polizei und zwar von beiden Seiten. Ballorganisator Guggenbichler bemängelte, dass die sichere Zufahrt der Ballgäste nicht gewährleistet gewesen sei. Die ÖH hingegen warf der Polizei vor, sich auf die Seite der Burschenschafter geschlagen zu haben.

Nachdem die Protestaktion am Heldenplatz aufgrund technischer Probleme frühzeitig beendet worden war, zogen einzelne Gruppen durch die Innenstadt und hinderten Ballbesucher auf ihrem Weg in die Hofburg. Es kam auch zu mehreren Sachbeschädigungen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 2.500 Personen an der Kundgebung gegen den Burschenschafterball teil. Die Demo-Organisatoren sprachen von bis zu 10.000 Menschen.

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kritisierte den Umgang mit den Demonstranten generell: "Die Polizei schlägt sich eindeutig auf die Seite der Burschenschafter. Dass ein erleichterter Zugang zur Hofburg wichtiger gewertet wird als ein legitimer Protest, ist empörend." SOS Mitmensch berichtete in einer Aussendung am Samstag davon, dass Aktivistinnen von einem Ballbesucher mit Pfefferspray attackiert worden seien. SOS Mitmensch zeigte sich über "das Nichteinschreiten" der Polizei "befremdet".

Im ersten Bezirk wurde ein Deutscher mit einem Sprengsatz in Dosenform aufgegriffen. Außerdem gab es einen "Brandanschlag" auf das Vereinslokal der Burschanschaft Bruna Sudetia. Laut Polizei wurden insgesamt neun Personen leicht verletzt, es handelte sich dabei um fünf Beamte, drei Ballgäste und einen Demonstranten.

Ballorganisator Udo Guggenbichler kritisierte die Einsatzkräfte und sprach gegenüber der APA von einem "demokratiepolitschen Skandal", denn die Polizei habe eine gesicherte Zufahrt der Ballgäste zur Hofburg nicht gewährleisten können. Dessen ungeachtet sei der Ball "ein wunderbares Fest für Freiheit und Demokratie" gewesen.

Einschreiten musste die Polizei auch auf dem Ball - aufgrund des von Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) verhängtem Uniform-Verbots für Bundesheer-Angehörige. Zumindest von einem Gast wurden die persönlichen Daten aufgenommen, er muss nun mit Konsequenzen wie etwa einer Geldstrafe rechnen.