Wohnungseinbrüche wieder im Steigen. Zumeist blieb es nur beim Versuch, aber jeder Coup bleibt eine Herausforderung für die Exekutive. Mehr Fälle werden geklärt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 31. März 2014 (23:59)
NOEN, NÖN
Totales Chaos hinterließen Einbrecher im Bezirk St. Pölten nach einem Einbruch in ein Privathaus vor wenigen Wochen. Für die Besitzer ist das dramatisch, sie fühlen sich in den eigenen vier Wänden, die Geborgenheit vermitteln sollten, nicht mehr sicher.

76.264 gerichtlich strafbare Handlungen wurden im Vorjahr in Niederösterreich angezeigt. Zufrieden zeigte sich die Landespolizeidirektion (LPD) NÖ mit Franz Prucher und seinen Stellvertretern Franz Popp und Rudolf Slamanig am Donnerstag bei der Präsentation der Kriminalstatistik  2013.

3.000 Delikte weniger als 2012

Prucher: „Wir verzeichneten um rund 3.000 Delikte weniger als 2012, was einem Rückgang von 3,8 Prozent entspricht. Niederösterreich hebt sich deutlich von der bundesweiten Gesamtstatistik ab, welche einen Rückgang von rund 0,3 Prozent verzeichnet. Die Aufklärungsquote hat sich um 1,7 Prozent gesteigert.“

Dennoch: Die Wohnungs- und Wohnhauseinbrüche bleiben die Herausforderung für die Exekutive. Hier kam es zu einer Steigerung von 331 Einbrüchen. Zu den Wohnhauseinbrüchen relativiert Slamanig aber: „Bei vielen Einbrüchen ist es letztlich beim Versuch geblieben. Den Tätern gelang es nicht, in das Objekt einzudringen.“

Motto 2014: Noch mehr Sichtbarkeit der Polizei

Zurückzuführen sei dies auf verbesserte Sicherheitsvorkehrungen, aber auch die Arbeit der Kriminalprävention und die erhöhte Außenpräsenz der Exekutive. Noch mehr Sichtbarkeit der Polizei ist für 2014 das Motto – zur Abschreckung von Kriminellen und zur Hebung des subjektiven Sicherheitsgefühls.

Auch bei den Kfz-Verschiebungen gab es einen leichten Anstieg, hier wird die Arbeit von Sondereinheiten wie der SOKO Kfz intensiviert. Zurückgegangen sind hingegen Einbrüche in Firmen und Geschäfte sowie die Cyberkriminalität. Ebenfalls rückläufig sind die Schlepperdelikte und Sachbeschädigungen.

Auf Taschendiebe sollte man beim Einkauf achten. „Hier handelt es sich um mobile, organisierte Tätergruppen aus dem Osten, die – oft mit Kennzeichen anderer Länder als ihrer Heimat – entlang der Hauptverkehrsrouten unterwegs sind und gezielt – bundesländerunabhängig – Supermärkte und Einkaufszonen aufsuchen“, so LPD-Sprecher Oberst Markus Haindl.