Zusammenarbeit. Zusammenarbeit / Bei großen Katastrophen arbeiten sie Hand in Hand: Sie haben gut zusammengearbeitet und nein, es hat keine Konkurrenz zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und dem Bundesheer gegeben – das betonen Landesfeuerwehrkommandat Dietrich

Erstellt am 09. Juni 2013 (17:16)
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Von E. Hinterer und G. Wohlmann

Sie haben gut zusammengearbeitet und nein, es hat keine Konkurrenz zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und dem Bundesheer gegeben – das betonen Landesfeuerwehrkommandat Dietrich Fahrafellner auf der einen und NÖ Militärkommandant Rudolf Striedinger auf der anderen Seite. Zumal die Zuständigkeiten klar seien: „Wenn das Hochwasser kommt, leisten wir den Primäreinsatz“, sagt Feuerwehrmann Fahrafellner.

In NÖ 1.500 Bundesheer-Soldaten im Einsatz

„Und wir sind Assistenzleistende“, ergänzt Striedinger pragmatisch. Was auch praktisch Sinn mache: „Die Feuerwehrkameraden arbeiten alle freiwillig, haben einen Arbeitsplatz, an den sie irgendwann zurückmüssen. Und wir sind ohnehin da“, so der oberste Militär des Landes. Das Bundesheer besorgt also eher das große Aufräumen, hilft beim Beseitigen des Schlammes, demontiert die mobilen Wasserschutzwände.

Generell ist es so, dass – im Gegensatz zur Feuerwehr – das Bundesheer angefordert werden muss. Das macht, bei derart großen Schadensereignissen, die Bezirkshauptmannschaft, erläutert Striedinger: Die Behörde stellt in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Gemeindeführung fest, welcher Bedarf vorhanden ist. Und fordert dann Unterstützung an. In NÖ sind derzeit 1.500 Soldaten im Katastrophen-Einsatz.

Nicht so präsent, aber dennoch immer wachsam, ist die Polizei. Die etwa darauf achtet, die Neugierde der Schaulustigen in Grenzen zu halten. „Gerade bei Katastrophen ist das Interesse der Menschen groß. Im Großen und Ganzen wird aber den Anweisungen der Polizei nachgekommen, wenn etwa versucht wird, Absperrungen zu übersteigen oder Leute sich an Plätze begeben, wo sie sich selbst gefährden“, sagt Franz Popp, stellvertretender Landespolizeidirektor.

„… vielleicht mit etwas mehr Nachdruck“

„Ein verbaler Hinweis – bei manchen vielleicht mit etwas mehr Nachdruck – ist eigentlich fast immer ausreichend“, meint Popp. Als rechtliche Handhabe sei zwar theoretisch die Verhängung von Platzverboten oder das Aussprechen einer Wegweisung möglich, angewandt wurde das aber bislang nicht. Feuerwehrchef Fahrafellner unterstreicht, dass alleine die Anwesenheit der Polizei helfe, aufdringliche Schaulustige zu vertreiben. Und Plünderer, die mitnähmen, „was andere nur zum Trocknen rausgelegt haben“.
 



Der Hochwasser-Einsatz in Zahlen:
  • Bundesheer: Insgesamt sind rund 1.750 Soldaten an Orten entlang der Donau im Einsatz, um Hochwasserschäden zu beseitigen; 1.300 davon alleine in den Bezirken Krems und Melk.
  • Feuerwehr: Seit vergangenen Sonntag sind insgesamt rund 20.800 Feuerwehrkameraden im Einsatz. Das ist mehr als ein Fünftel aller Feuerwehrkameraden in ganz Niederösterreich.
  • Rotes Kreuz: Durchschnittlich 200 Retter kümmern sich seit Beginn der Flut um die Betroffenen. Zusätzlich zum Regelrettungsdienst sind seit letzten Samstag 6.200 Helfer des Roten Kreuzes in Niederösterreich im Einsatz.
  • Samariterbund: 34 Mitarbeiter und zirka 300 freiwillige Helfer sind im Einsatz.
  • AKUTteam: Wo die Verzweiflung besonders groß ist, helfen 18 Einsatzkräfte des AKUTteams, die bereits seit Beginn der Flut in Bereitschaft sind. Hier rechnet man nach dem Ende der akuten Flutphase mit mehr Einsätzen. Wer psychologische Hilfe von den ausgebildeten Fachkräften des AKUTteams NÖ braucht, kann sich an die jeweilige Gemeinde wenden.