Zwangsprostituierte befreit. Die 27-jährige Serbin Vesna S. ist wieder frei. Anfang des Monats war die Frau gegen ihren Willen nach Österreich verschleppt worden. Für 2.500 Euro wurde Vesna S. dann an eine serbisch-österreichische Zuhälterorganisation verkauft.

Erstellt am 24. November 2011 (12:58)
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Jetzt konnte die Frau mit Hilfe eines Freiers ihre Familie in Serbien alarmieren, die wiederum die Behörden verständigte. Durch intensive  Zusammenarbeit der serbischen Polizei mit dem Bundeskriminalamt und Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich (LKA NÖ), Abteilung Menschenhandel, gelang es nun, fünf mutmaßliche Täter festzunehmen. Als deren Kopf gilt der serbisch-stämmige österreichische Staatsbürger Dragan S.: Er ist der Organisator einer Zuhälterbande in Wien, die mehrere Frauen zur Prostitution gezwungen haben soll. Im Rahmen eines illegalen Escort-Service wurden die Frauen – wie auch Vesna S. -  ihren Freiern zugeführt.
Die Täter haben sich dabei besonders brutal verhalten: Der jetzt befreiten Vesna S. wurden sofort nach ihrer Ankunft Handy, Bargeld un Pass abgenommen. Bis zu sechs Freier pro Tag musste die Frau bedienen, den Schandlohn von 120 Euro pro Freier behielten die Zuhälter zur Gänze ein. Seelische und körperliche Misshandlungen waren ebenso üblich wie schwere Drohungen. „Wann ich dich umbringe, heute oder morgen, entscheide alleine ich“, hatte Dragan S. seinem Opfer gesagt.
Die schwer traumatisierte Vesna S. ist nach ihrer Vernehmung durch Beamte des LKA NÖ der Betreuungsstelle für Opfer des Frauenhandels übergeben worden, wo sie psychologisch betreut wird.
Insgesamt wurden fünf Personen verhaftet: Neben Dragan S. sitzt auch seine Frau Sanja in Untersuchungshaft, sie war für die Buchungen zuständig. Das Ehepaar bezieht Notstandshilfe, bei einer Hausdurchsuchung wurden ein größerer Bargeldbetrag sowie einiger Goldschmuck sichergestellt. Weiters in Haft sind die drei slowakischen Staatsbürger Sasa D., Robert K. und Zaneta A. Weitere Mittäter in Serbien und Österreich werden derzeit gesucht.