Sitution hat sich entspannt. Zahl hat sich stark verringert, zuletzt sorgten jedoch Umquartierungen für Unverständnis.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. November 2018 (05:09)
Michael Schwab
Alsaidi Tafran, Abdul Nabi Zahedi, Nafisa Fatemi und Fakir Zada Nesir, am Bild ihrem Kindern und Gerlinde Oberbauer, sind froh,dass sie nach der Quartierschließung in der Raiffeisenstraße und Übersiedelung nach Unterwaltersdorf wieder nach Waidhofen in Privatquartiere zurückkehren konnten.

Mehr als halbiert hat sich die Zahl der Asylwerber im Bezirk, die im Jänner 2016 ihren Höhepunkt erreichte.

Damals gab es 244 Asylwerber im Bezirk Waidhofen, jetzt sind es nur noch 106. Das spüren auch die freiwilligen Helfer der Flüchtlingsinitiativen. „Unsere Begegnungscafés finden jetzt nur mehr einmal pro Monat statt, es gibt nur noch um die 40 Asylwerber in der Stadt“, fasst Gerlinde Oberbauer aus Waidhofen zusammen. Besonders in Erinnerung ist ihr in diesem Zusammenhang die Umquartierung von 35 Asylwerbern nach Unterwaltersdorf, die Ende August ihr Quartier in der Raiffeisenstraße 3 kurzfristig verlassen mussten. Für die bereits gut integrierten Familien war dies ein harter Schlag, und die Freiwilligen bemühten sich, private Quartiere in der Stadt zu finden.

„Jene drei Familien, die schon am längsten in Waidhofen waren, konnten wieder zurückkehren, weil wir Privatunterkünfte finden konnten. Sie waren aber bis zu einem Monat fort aus Waidhofen, und hatten noch einige Sachen bei Leuten in der Stadt gelagert, weil sie bei der Übersiedelung nach Unterwaltersdorf nicht alles mitnehmen konnten“, berichtet Oberbauer.

Beim Begegnungscafé am vergangenen Freitag waren die Unterschiede zu den Anfängen der Treffen deutlich erkennbar. Deutsch statt Englisch und Gesten als Umgangssprache und gegenseitige Vertrautheit prägen nun das Bild, und der Pfarrsaal ist auch nicht mehr ganz so voll wie früher, doch keineswegs in dem Ausmaß, wie die gesunkene Zahl der Asylwerber vermuten ließe.

Von einer Entspannung der Situation spricht auch Gilbert Brodar, der als erster Asylkoordinator Waidhofens am Höhepunkt der Flüchtlingswelle tätig war. „Horrorszenarien wie 600 Asylwerber in Waidhofen blieben, wie ich damals schon gesagt habe, aus. Es gab keine nennenswerten Vorfälle mit Asylwerbern, und die Einrichtung eines Koordinators hatte sich bewährt, um Doppelgleisigkeiten und Ineffizienzen in der Betreuung zu vermeiden“, sagt Brodar.

Mittlerweile gibt es in Waidhofen keinen Asylkoordinator mehr. „Ich sehe derzeit dafür keinen Bedarf. Ich bin sehr dankbar, dass sich nach wie vor Freiwillige für die Flüchtlinge engagieren“, meint Bürgermeister Robert Altschach.

In Karlstein, wo es einst auch rege Begegnungscafé-Aktivitäten gab, ist Ruhe eingekehrt. „Wir haben nur mehr eine Familie hier, alle anderen sind weg, entweder weil sie in andere Quartiere gebracht wurden oder negative Asylbescheide erhielten“, berichtet Sonja Amann. Die Treffen gibt es nicht mehr, die Tschetschenen, die schon seit drei Jahren in Karlstein sind, seien mittlerweile sehr aktiv und gut integriert.

In Groß Siegharts gibt es derzeit 23 Asylwerber. Der Spitzenwert war 63. „Die Betreuung der verbliebenen Flüchtlinge funktioniert völlig problemlos, es gibt eine Betreuerin, die regelmäßig vorbeischaut, und auch einige Leute aus der Bevölkerung, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Da haben sich einige Freundschaften gebildet“, berichtet Bürgermeister Gerald Matzinger. Von Vorteil sei auch, dass in Groß Siegharts vorwiegend Familien untergebracht sind. Probleme oder Vorfälle habe es nie gegeben. „Es funktioniert mehr als gut“, betont Matzinger.

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