Gemeinderatswahl 2020: FPÖ will sich breiter aufstellen. Am 26. Jänner wird schon wieder gewählt: Erste Weichen an der Spitze unserer 20 Gemeinden sind gestellt.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. September 2019 (04:35)
Wodicka; Foto-Montage Alex König

Auch wenn derzeit noch in erster Linie auf die Nationalratswahl am 29. September hingefiebert wird, auch die Gemeinderatswahl am 26. Jänner wirft ihre Schatten bereits voraus. Die Rollen sind dabei im Bezirk Horn klar verteilt: Derzeit gibt es in den 20 Gemeinden des Bezirks 20 ÖVP-Bürgermeister und ebenso viele ÖVP-Vizebürgermeister – und die Chance, dass das auch in der kommenden Gemeinderats-Periode so sein wird, ist groß.

ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier gibt als Devise aus, die Ergebnisse der vergangenen Wahl auch diesmal wieder zu erreichen. „Wer dann wo Vizebürgermeister ist, ist Verhandlungssache. Für mich steht aber fest, dass die Besetzung dieser Posten den Wählerwillen widerspiegeln soll“, sagt er. Maier selbst wird das ÖVP-Team in Horn wieder anführen, die Zusammensetzung des weiteren Teams werde sich dann nach der Nationalratswahl ergeben.

Martin Kalchhauser
Ernst Gabriel trat aus der SPÖ aus und ist nun „wilder“ Gemeinderat in Röhrenbach.

In den übrigen Gemeinden des Bezirks hat die ÖVP bereits einige Weichen für die Zukunft gestellt. Wie in der NÖN berichtet wird in Pernegg Franz Huber Platz für Andreas Nendwich machen. Nendwich ist bereits seit Mai als Nachfolger von Norbert Tetik Vizebürgermeister. In St. Bernhard-Frauenhofen soll Gabriele Kernstock Josef Gundinger als Gemeindechefin beerben. Gundinger hatte das Amt im Mai 2017 von Karl Gabler übernommen, schon damals war klar, dass Gundinger ein „Übergangs-Bürgermeister“ sein würde. Fraglich ist indes noch, ob in Irnfritz-Messern Bürgermeister Karl Gruber oder sein Vize Karl Erdinger als Spitzenkandidat ins Rennen gehen werden.

In Straning-Grafenberg wird erstmals Andreas Fleischl die ÖVP in eine Gemeinderatswahl führen. Fleischl übernahm das Bürgermeisteramt im Juli nach dem Tod von Albert Holluger.
Die übrigen ÖVP-Bürgermeister werden laut Bezirksgeschäftsführer Herbert Gschweidl wieder antreten, bei den Vizebürgermeistern könnten allerdings noch Wechsel anstehen. In Burgschleinitz-Kühnring hat Vize Erich Trauner ja bereits angekündigt, nicht mehr antreten zu wollen.

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Andreas Nendwich beerbt Franz Huber in Pernegg.

Eine gänzlich andere Ausgangslage hat im Bezirk Horn die SPÖ. Bezirksvorsitzender Josef Wiesinger kündigte im NÖN-Gespräch an, dass es im Vorfeld der Gemeinderatswahl in einigen Ortsgruppen zu größeren Umstellungen kommen werde. Die Weichen gestellt hat bereits die Ortsgruppe Sigmundsherberg, die im Mai die 31-jährige Barbara Reisel zur Vorsitzenden der Ortsgruppe machte. In den weiteren Gemeinden werde man Details aber erst nach der Nationalratswahl besprechen.

Zwar wurde 2015 erstmals der Einzug in alle Gemeinderäte des Bezirks gefeiert, dies könnte diesmal aber schon wieder ganz anders aussehen. In Röhrenbach ist eine SP-Kandidatur noch offen, sagt Bezirksvorsitzender Josef Wiesinger. Nach dem Austritt des einzigen SP-Gemeinderates, Ernst Gabriel, Anfang des Jahres, ist man hier noch auf der Suche nach Kandidaten. Gabriel selbst überlegt derzeit übrigens noch eine Kandidatur auf einer anderen Liste, lässt sich diese Entscheidung aber noch offen.

Eine SP-Kandidatur wird es übrigens auch wieder in Rö-schitz geben. In der ehemaligen SP-Hochburg holte man 2015 zwar sechs Mandate, 2016 zog die Fraktion aber geschlossen aus dem Gemeinderat aus, nachrutschen wollte von den weiteren Kandidaten niemand. Daher saßen zuletzt die 13 ÖVP-Gemeinderäte alleine im Sitzungssaal. Gelassen sieht die SP-Kandidatur VP-Bürgermeister Christian Krottendorfer: „Es ist in einer Demokratie gut, wenn es mehrere Fraktionen gibt. Aber eins ist klar: Wenn man gewählt wird, dann sollte man diese Verantwortung auch wahrnehmen.“

Listen in Drosendorf und Japons sind schon fix

Mit Optimismus gehen lauf FPÖ-Bezirksparteiobmann Klemens Kofler die Freiheitlichen in die Gemeinderatswahlen. Großes Ziel ist es, in jenen Gemeinden, in denen man bereits im Gemeinderat war (Eggenburg, Pernegg, Drosendorf-Zissersdorf, Straning-Grafenberg, Horn, Gars und Altenburg) den Einzug wieder zu schaffen und zuzulegen. Zudem sind weitere Kandidaturen in Brunn, Langau, Meiseldorf, St. Bernhard-Frauenhofen und Weitersfeld fixiert. „Für die anderen Gemeinden suchen wir noch Kandidaten“, sagt Kofler, der diesmal das Erreichen eines Bürgermeisters oder Vizebürgermeisters noch nicht als Hauptziel sieht: „Wir wollen zunächst in die Breite gehen.“

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Gabriele Kernstock soll in St. Bernhard-Frauenhofen Bürgermeisterin werden.

Die Grünen haben lediglich in der Bezirkshauptstadt Horn (hier halten sie derzeit 2 Mandate) eine Kandidatur fixiert. Noch fraglich ist auch jene in Burgschleinitz-Kühnring (2 Mandate), weil neben Georg Öttl derzeit niemand für eine Kandidatur bereit ist. Auch in anderen Gemeinden ist keine weitere Kandidatur gesichert. Johannes Tichy in Japons, der 2015 den Einzug in den Gemeinderat um eine einzige Stimme versäumt hat, tritt fix nicht mehr an.

In Japons wird wieder Othmar Stark mit seiner „Liste Pro Japons“ an den Start gehen. Die „Frische Liste Drosendorf“ – sie hält drei Mandate – wird ebenfalls wieder antreten. Noch nicht gesichert sind das Antreten der „Bürgerliste lebenswertes Sigmundsherberg“ (4 Mandate), der „Bürgerliste Gars“ (2) und der „Unpolitischen Wahlgemeinschaft Langau“ (2).

Insgesamt holte die ÖVP 2015 im Bezirk 70,32 Prozent der Stimmen und 274 der 362 Gemeinderatsmandate. Die SPÖ holte 18,80 Prozent (61), die FPÖ 4,99 Prozent (11), die Grünen 1,84 Prozent (4), sonstige Listen 3,98 Prozent (12). 

Umfrage beendet

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