Im Alter: Rund um die Uhr. 24-Stunden-Betreuung wird immer wichtiger. Die Wirtschaftskammer arbeitet an einem Gütesiegel.

Erstellt am 01. August 2017 (02:47)
Symbolbild
APA (dpa)

So lange wie möglich zu Hause leben. Das ist der Wunsch von vielen. Alleine ist der Alltag aber für viele nicht mehr zu bewältigen. Manchmal kann da eine 24-Stunden-Betreuung helfen. Eine Möglichkeit, die immer gefragter ist. Wie auch die Zahlen der Förderanträge zeigen.

Seit zehn Jahren gibt es vonseiten des Landes NÖ Förderungen im Rahmen des NÖ Modells zur 24-Stunden-Betreuung – für Niederösterreicher, die Pflegestufe drei oder niedriger bei nachgewiesener Demenz haben.

„Im Jahr 2008 haben 1.835 Personen eine Förderung der 24-Stunden-Betreuung bezogen“, so Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz. Danach stieg die Nachfrage. So stark, dass sich die Zahl der Förderbezieher von 2010 bis 2016 mehr als verdoppelte – auf 8.834 im Jahre 2016. 38,5 Millionen Euro wurden damals dafür aufgewendet. „Im ersten Halbjahr 2017 zeigt die Statistik bereits 7.797 Förderbezieher in unserem Bundesland auf und bestätigt die steigende Nachfrage klar“, so Schwarz.

23.500 registrierte Personenbetreuer und 158 Vermittlungsagenturen gibt es laut Wirtschaftskammer in NÖ (Stichtag: 30. Juni) „Damit stellt NÖ die größte Gruppe in beiden Bereichen innerhalb Österreichs“, so Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung.

Qualitätssiegel geplant

Die Fachgruppe übrigens tritt für mehr Qualitätskon-trollen ein. Pozdena: „Unser oberstes Ziel ist es, die Qualitätssicherung ständig weiterzuentwickeln. Denn nur so können wir die Transparenz in der Personenbetreuung fördern.“ Dazu arbeitet die Fachgruppe gerade an einer eigenen Zertifizierung.

Das Qualitätssiegel soll ab Jänner 2018 von Vermittlungsagenturen und selbstständigen Personenbetreuern erworben werden können, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Unter anderem geht es um die Verwendung von Musterverträgen der Wirtschaftskammer, regelmäßige, über die gesetzlich vorgeschrieben hinausgehenden Qualitätskontrollen, eine umfassende Erreichbarkeit usw. Details werden im Herbst bekannt gegeben.

Darüber hinaus bietet die Fachgruppe der Personenbetreuer im Rahmen der Personenakademie die Möglichkeit, sich weiterzubilden und weitere Qualifikationen zu erhalten.