Informationen über Impfungen können helfen. Immer mehr Menschen sind skeptisch in Bezug auf Impfungen. Informationen können helfen.

Von Christine Haiderer. Update am 06. März 2018 (10:22)
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„Die Verunsicherung von jungen Eltern war für mich erschreckend“, erzählt Irmgard Lechner. Im Herbst hatte die NÖ Landessanitätsdirektorin im Zuge einer Impf-Info-Tour Gelegenheit, mit vielen Menschen übers Impfen zu reden. Viele junge Eltern hatten dabei Bedenken, dass Impfungen ihre Kinder zu sehr belasten könnten. „Es sind Eltern, die ihren Kindern auf keinen Fall schaden wollen.“

Soziale Medien machen es Impfkritikern leicht, Menschen, die skeptisch sind, weiterhin zu verunsichern, und Informationen, aber auch Studien, die nicht so wissenschaftlich sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen, weiterzutragen. „Über das Internet verbreiten sich die Theorien der Impfgegner natürlich sehr viel schneller als früher“, erläutert Robert Weinzettel, Impfreferent der NÖ Ärztekammer. Und so werden die Skeptiker immer mehr.

Mit Wissen gegen Verunsicherung

Wie man die Verunsicherung reduzieren kann? „Nur gut informierte Eltern können gute Entscheidungen für ihre Kinder treffen“, glaubt Lechner. So sieht das auch Karl Zwiauer, Initiator des NÖ-Impftages und Mitglied des Impfgremiums des Gesundheitsministeriums. Er setzt beim Thema Impfskepsis auf Evidenz, Fakten und Wissen. Denn: „Unwissen macht unsicher.“

„Es ist vielen nicht bewusst, was Krankheiten auslösen können“, betont Peter Gonda, Präsident der NÖ Apothekerkammer. Welche Folgen sie haben können. Die Krankheiten sind nicht präsent. Und damit, so Michael Kundi vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien, sehen die Menschen den Nutzen der Impfung nicht mehr.

„Es gibt Nebenwirkungen von Impfungen“, so Kundi. Die aber hätten nichts mit den von Impfgegnern behaupteten Erkrankungen zu tun. Eine andere Befürchtung von Impfskeptikern ist, dass die vielen Impfungen im ersten und zweiten Lebensjahr zu sehr belasten würden. Diese, so die Ärzte, sind aber gerade deshalb für diese Altersgruppe empfohlen, weil sie gerade dann den Schutz vor diesen Krankheiten besonders brauchen. Auch sind moderne Impfstoffe nicht mehr so belastend. Das Thema Impfskeptiker steht am Wochenende im Zentrum des nächsten NÖ-Impftages, einer Fortbildung für Ärzte und Apotheker.

Michael Kundi (Zentrum für Public Health der MedUni Wien), Karl Zwiauer (Mitglied des Impfgremiums des Gesundheitsministeriums), Irmgard Lechner (Landessanitätsdirektorin in Niederösterreich), Robert Weinzettel (Impfreferent der NÖ Ärztekammer) und Peter Gonda (Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich) diskutieren über Impfskeptiker und Impfgegner.
NÖN

www.noe-impftag.at