Eltern wünschen sich Gratisnachhilfe an Schulen . Tägliches Lernen und Üben für die Schule stresst Eltern von Schulkindern. Vier von zehn fühlen sich zeitlich belastet, drei von zehn sind teilweise fachlich überfordert.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 01. Juni 2017 (14:11)
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Symbolbild

44 Prozent der SchülerInnen lernen und üben täglich oder mehrmals pro Woche mit ihren Eltern. Vier von zehn Eltern fühlen sich durch das Helfen und Üben zeitlich sehr oder ziemlich belastet. Drei von zehn fühlen sich zumindest teilweise fachlich überfordert. Das alles führt zu Stress und innerfamiliären Konflikten.

Auftraggeber: AK NÖ, Quelle: AK NÖ/IFES, Befragung von 500 Haushalten in NÖ

Eltern wünschen sich kostenlose Nachhilfeangebote an den Schulen, den Ausbau des Förderunterrichts und mehr schulische Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung. „Wir brauchen daher ein gerechtes und förderndes Bildungssystem, das den schulischen Erfolg der Kinder unterstützt“, sagt Arbeiterkammer Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Weniger Nachhilfe in Ganztagsschulen

Tatsächlich bringen hochwertige Ganztagsschulen in verschränkter Form, in denen Unterricht, Üben und Freizeit über den ganzen Tag verteilt sind, eine spürbare Entlastung für die Familien.

Die IFES-Studie zeigt: 81 Prozent der Eltern von Kindern in Ganztagsschulen geben an, dass sie weniger oder gar keine Nachhilfe benötigen. Schulische Nachmittagsbetreuung reduziert ebenfalls den Nachhilfebedarf. Hier geben 69 Prozent der Eltern an, dass ihre Kinder weniger oder gar keine Nachhilfe benötigen.

16 Millionen Euro im Jahr für Nachhilfe

Rund 34.000 von 184.000 Buben und Mädchen in Niederösterreich bekamen im laufenden Schuljahr Nachhilfe. 29.000 SchülerInnen bezahlten für die Nachhilfe, 5.000 erhielten von Verwandten oder Freunden unbezahlte Unterstützung. Pro betroffenem Schulkind haben niederösterreichische Eltern im letzten Jahr 540 Euro für Nachhilfe ausgegeben.

Insgesamt fließen in Niederösterreich rund 16 Millionen Euro in die Nachhilfe. „Wir können es uns einfach nicht leisten, auf die persönlichen Talente und Stärken von Kindern zu verzichten", sagt Wieser abschließend.