Bischof Küng weist Vorwürfe zurück. Der ehemalige Subregens des St. Pöltner Priesterseminars behauptet, 2004 sexuell bedrängt worden zu sein. Küng spricht von „wahrheitswidrigen Behauptungen“ und schließt auch rechtliche Schritte nicht aus.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 25. Januar 2020 (16:46)
Klaus Küng
Erich Marschik

„Auf Schärfste“ weist der emeritierte St. Pöltner Bischof Klaus Küng gegen ihn erhobene Anschuldigungen eines sexuellen Übergriffs zurück. Küng behalte sich zudem vor, „rechtliche Schritte gegen diese wahrheitswidrigen Behauptungen zu setzen“, betont Katharina Brandner, die Sprecherin der Diözese St. Pölten.

Erhoben werden die Vorwürfe von Wolfgang Rothe, dem ehemaligen Subregens des später geschlossenen Priesterseminars in St. Pölten. Er behauptet, 2004 im Zuge der Besprechung rund um den Kinderporno-Skandal im Priesterseminar, bei der ihn Küng seiner Funktion enthob, von diesem sexuell bedrängt worden zu sein.

Die Vorwürfe Rothes sind an sich nicht neu, wurden jetzt aber durch einen Bericht der Tageszeitung „Kurier“ öffentlich. Fakt ist, dass die Polizei bereits 2004 ermittelte – die Staatsanwaltschaft aber offensichtlich keine Anhaltspunkte fand und wenig später die Ermittlungen einstellte. Auch kirchenintern wurden die Vorwürfe geprüft.

Im Vorjahr wandte sich Rothe nun an die Ombudsstelle der Erzdiözese Wien. „Die eingebrachte Darstellung der Vorwürfe wurde von der Erzdiözese Wien umgehend an die dafür kirchenrechtlich zuständige vatikanische Bischofskongregation weitergeleitet, von der es aber bislang noch keine Rückmeldung zum Sachverhalt gibt“, erklärt Michael Prüller, der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, gegenüber der „Kathpress“.