Soziale Unternehmen: „Wollen gesehen werden“. Sie helfen Menschen mit Arbeitsmarktprojekten beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Jetzt drohen coronabedingte Umsatzeinbußen bei der Eigenerwirtschaftung.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 29. April 2020 (04:59)
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Langzeitarbeitslose sind es beispielsweise, die von den Sozialen Unternehmen in Niederösterreich – unter ihnen die GESA oder Trendwende – in Arbeitsmarktprojekten auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Das braucht in der Regel Zeit. Und natürlich: Geld. Davon gibt es aber gerade in der Coronakrise wenig, wie arbeit plus NÖ, der Dachverband der Sozialen Unternehmen, jetzt aufmerksam macht.

Der Hintergrund: Bereits 2019 hatten die Sozialen Unternehmen schmerzliche Einschnitte bei ihren finanziellen Mitteln in Kauf nehmen müssen. Grund sind die Kürzungen des AMS-Budgets durch die Bundesregierung. Die Landesorganisationen verteilen die ihnen zugewiesenen Gelder ja auf die verschiedenen Arbeitsmarktprojekte. 2018 waren für die Sozialen Unternehmen in NÖ noch 218 Millionen Euro budgetiert, im Vorjahr nur 194 Millionen Euro. Die Konsequenz: Das AMS beendete mit 2018 die Förderung bei sieben Sozialen Unternehmen.

Durch die Coronakrise droht den Sozialen Unternehmen jetzt zum Teil ein weiterer Einschnitt im Budget: Immerhin erwirtschaften die Unternehmen zum Teil zwischen 20 und 40 Prozent ihres Jahresbudgets selbst, etwa durch den Verkauf von Produkten. Die Geschäfte mussten coronabedingt aber natürlich auch geschlossen halten.

Forderung: Liquidität 2020 aufrecht erhalten

Anlässlich des Tags der Arbeitslosen am 30. April wollen die Sozialen Unternehmen auf sich aufmerksam machen. Es sei wichtig, die Liquidität für 2020 zu halten. „Wir wollen von den Entscheidungsträgern in der Arbeitsmarktpolitik gesehen werden“, erklärt Maria Nirnsee, Geschäftsführerin von arbeit plus NÖ. Zumindest keine Einschnitte im Budget gegenüber 2019 und ein Ausgleich der fehlenden Einnahmen aus der Eigenerwirtschaftung wünscht sie sich für ihre Mitgliedsunternehmen vom Bund, aber auch vom AMS.

Dem AMS sei dieses Problem bewusst, macht eine Stellungnahme von AMS-NÖ-Geschäftsführer Sven Hergovich deutlich. „Vor allem Personen ohne Ausbildung oder mit gesundheitlichen Problemen kommen beim beruflichen Wiedereinstieg unter Druck“, so Sven Hergovich zur coronabedingten Situation am Arbeitsmarkt. „Für uns gilt vor, während und auch nach der Krise: Wir lassen am Arbeitsmarkt niemanden zurück.“