Polarkälte auf dem Vormarsch: Marillenernte bedroht. Seit Montagnacht rollt eine starke Kaltfront auf Niederösterreich zu. Schnee ist bis in tiefe Lagen möglich. Der Wetterumschwung bereitet vor allem den NÖ-Obstbauern Sorgen. Sie zittern, wie im vergangenen Jahr, um ihre Ernte.

Von Ondrej Svatos. Erstellt am 06. April 2021 (16:51)
Mancherorts wird es klirrend kalt.
Natalia Golubnycha/shutterstock.com

Schon wieder ist die Marillen-Ernte bedroht. Denn in den nächsten Tagen wird es kalt. Der Grund dafür ist die Kaltfront von Tief „Ulli“. Der Polarwind erreichte Österreich bereits am Ostermontag. Dabei sank die Schneefallgrenze mit stark bis stürmisch auffrischendem Wind rasch bis in die Niederungen.

Dadurch betroffen sind vor allem Obstbauern und Gärtner mit Marillen-, Pflaumen-, Birnen- und teilweise auch Kirschbäumen. Denn die Marillenbäume in der Wachau begannen, wie die NÖN am 1. April berichtete, zum Beispiel bereits zu blühen. Das außerordentliche Kaltwetter, das auf ganz Niederösterreich zusteuert, stellt für die Obstbäume große Gefahr dar. Ein ähnlicher Aprilwinter sorgte im Jahr 2020 in vielen Regionen Niederösterreichs für einen Totalausfall bei der Marillenernte.

 

Gefahr lauert vor allem am Donnerstagabend

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag wird für die Obsternte entscheidend. Denn wie der Meteorologe Manfred Spatzierer prognostiziert: „Am Freitagmorgen ist im ganzen Land mit leichtem bis mäßigem Frost zu rechnen”. Somit wird die Nacht von Donnerstag auf Freitag die kritischste für die Obstkulturen. „Wir hoffen stark, dass es nicht zu Frost kommt, denn das hätte schlimme Folgen für die Marillenernte”, sagt Franz Reisinger vom Verein „Wachauer Marille gegenüber der NÖN.

Die Wachauer Landwirte werden zum Beispiel Feuerstellen einrichten, um ihre Marillenbäume gegen Frost zu schützen. Somit kann zumindest das Schlimmste abgewendet werden.

 

Frostschutzberegnung als effektivste Methode

„Darüber hinaus werden wir die empfindsamen Marillenblüten mit Wasser besprühen”, erklärt Reisiniger weiter. Denn die Blüten werden dadurch mit einer Eisschicht umhüllt und die Wärme, die beim Gefrieren entsteht, schützt die Blüten vor den tiefen Temperaturen. Die ausgebildete Eisschicht schadet den Blüten nicht, sondern dient dem Schutz der Bäume.