Österreicher spenden 675 Millionen Euro. Spendenaufkommen und -beteiligung weiterhin auf Rekordniveau – Westösterreich führend.

Von Martin Möser. Erstellt am 29. November 2018 (10:50)
So spendet Österreich im Detail.
Public Opinion GmbH/Institut f. Sozialforschung Linz Spendenmarktbefragung 2017

Der Fundraising Verband Austria hat den Spendenbericht 2018 präsentiert. Laut diesem wird dieses Jahr das Aufkommen voraussichtlich 675 Millionen Euro betragen. Die Spendenbeteiligung bleibt damit auf Rekordniveau. Im Bundeslandvergleich spenden die Westösterreicher am meisten. Immer mehr Bürger nutzen auch die Vorteile der Spendenabsetzbarkeit. Der Fundraising Verband fordert im Zuge der Steuerreform 2019 eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Spendenabsetzbarkeit und eine Ausweitung auf Bildung, Tierschutz und Sport.

Mehr als die Hälfte der Niederösterreicher spenden

54 Prozent der NÖer und Burgenländer spenden im Jahr 2018. Durchschnittlich spenden sie dabei 123 Euro. Zu den häufigsten Beweggründen zählen Spenden für Kinder in Not aber auch für die Katastrophenhilfe im Inland.

Entgegen vieler Befürchtungen ist die Solidarität der Österreicher weiterhin ungebrochen. Für 2018 erwartet der Fundraising Verband in seiner Prognose, dass das Aufkommen weiter wachsen wird. „Die Österreicher sind solidarisch wie noch nie. Sie erkennen die Not und spenden dieses Jahr 675 Millionen Euro. Österreichs NGOs sagen Danke!“, zeigt sich Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands – Dachverband der Spendenorganisationen, beeindruckt.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Sammlungen rund um die Weihnachtszeit auswirken werden. Diese betragen in der Regel 25 bis 30 Prozent des gesamten Aufkommens. Das ursprünglich für 2017 erwartete Spendenaufkommen von 630 Millionen Euro haben die Österreicher klar übertroffen. Mit 660 Millionen Euro unterstützten sie letztes Jahr die Projekte der gemeinnützigen Organisationen tatkräftig.

Dauerspenden werden wichtiger

Ein Trend der vergangenen Jahre setzt sich auch 2018 fort. Die Österreicher unterstützen die Organisationen immer stärker über längerfristige Spenden wie etwa über Paten- oder Fördermitgliedschaften. Rund 15 Prozent des Spendenaufkommens wird auf diese Weise gespendet.

„Für uns als SOS-Kinderdorf bedeuten Patenschaften, dass wir unsere Projekte für Kinder in der ganzen Welt mit mehr Sicherheit planen können. Dankenswerterweise unterstützen uns immer mehr Österreicher auf diese Weise“, erklärt Nora Deinhammer, Leitung Kommunikation und Mittelbeschaffung von SOS-Kinderdorf.

Spendenabsetzbarkeit wirkt

Zu dem positiven Gesamtergebnis haben einmal mehr die Rahmenbedingungen der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden beigetragen. Bereits 1 Million Österreicher nutzen die Absetzbarkeit und jeder dritte Spendeneuro wird in den Steuererklärungen angegeben.

„Die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden ist bei den Österreichern angekommen und hat sich massiv auf das Spendenaufkommen der Organisationen ausgewirkt!“, sind sich Deinhammer und Lutschinger einig.

Österreich im europäischen Mittelfeld

Die Österreicher sind keine „Spendenweltmeister“. Es spenden zwar im internationalen Vergleich sehr viele Menschen, die Spendenhöhe ist aber geringer. „Insgesamt ist aber erfreulich, dass sich bereits sechs  von zehn Österreichern zu den Spendern zählen und die durchschnittliche Spende in den vergangenen Jahren gestiegen ist“, erklärt Bernhard Hofer, Geschäftsführer des Umfrageinstituts Public Opinion. Beim Spenden unterstützen die Österreicher am liebsten Kinder, Tiere und die Katastrophenhilfe im Inland.

Die Sympathie mit der Organisation ist dabei der wichtigste Beweggrund, gefolgt von der Sicherheit, dass die Spenden zweckgemäß ankommen.