Party & Training im AKW Zwentendorf. Ein brach liegendes Atomkraftwerk, über 1.000 Räume, technisches Interieur und keine Strahlung. Zwentendorf ist ein Ort, der viele Menschen emotional berührt. Wie kein anderes Bauwerk steht das Atomkraftwerk an der Donau für eine Wende in der österreichischen Energiepolitik. Als weltweit einziges Kernkraftwerk wurde es fertig gebaut, aber nach einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. August 2019 (13:09)

Heute wird das AKW Zwentendorf gerne als Filmkulisse und als Location für diverse Festivals genutzt. Am vergangen Samstag fand bereits zum dritten Mal das „Shutdown-Festival“ am Gelände des Kernkraftwerks statt. Auf 4 Bühnen waren auch die über 50 Artists aus der ganzen Welt von der einmaligen Szenerie in Zwentendorf begeistert. 
Mit 15.000 Besuchern, aus über 16 Nationen, war das Festival der „Harder Styles“ restlos ausverkauft und pulverisierte somit auch den Besucherrekord des letzten Jahres.  

Über 15.000 Besucher pro Jahr

EVN Sprecher Stefan Zach: „Jedes Jahr nutzen über 15.000 Besucherinnen und Besucher die einmalige Gelegenheit ein Stück Zeitgeschichte zu besuchen. Zwentendorf war schon immer ein Ort, der die Menschen berührt und fasziniert. Heute ist Zwentendorf ein Sicherheits-Trainingszentrum, das zunehmend auch für Rückbautrainings genutzt wird. Als solches stellen wir die Anlage gerne auch für Trainingszwecke der österreichischen Einsatzorganisation zur Verfügung“.

Abseilen in den Reaktor – die WEGA im AKW 

Für die rund 2.000 Einsätze pro Jahr müssen die Experten der Sondereinheit WEGA gut vorbereitet sein. Daher wurde diesmal das AKW Zwentendorf von der Gruppe Seiltechnik der Sondereinheit WEGA zur Trainingsstätte umfunktioniert.

Trainiert wurden verschiedene Szenarien und taktische Parcours. Zum Beispiel wurde angelehnt an den Vorfall bei der Aspernbrücke vor einigen Wochen, bei dem sich zwei Aktivisten abseilten, eine ähnliche Aktion nachgestellt und trainiert. Bei dem Szenario wurde ein Aktivist gesichert zu Boden gebracht.

Außerdem wurde die Rettung eines Verletzten geübt. Die Experten seilten sich mit einem 200 Meter langen Seil im AKW ab, retteten den Verletzten und transportierten ihn mit einem Seilrollenflaschenzug nach oben.

„Schwindelfrei muss die Elitegruppe auf jeden Fall sein, denn wir müssen immer wieder Menschen aus schwer zugänglichen Bereichen, sowie in großer Höhe retten“, so WEGA- Chefinspektor und Ausbildungsleiter Friedrich Krafuß.

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