Eine Anfrage pro Werktag im Jahr 2017. NÖN-Ombudsmann Johannes Jungwirth hilf bei Fragen und Sorgen. Zum Jahresbeginn zieht er ein Jahres-Resümee und benennt Probleme der Sozialpolitik.

Von Hannes Jungwirth. Erstellt am 09. Januar 2018 (02:23)
Weingartner

Die in der NÖN angebotene Hilfestellung und Beratung in Pensionsangelegenheiten wurde auch 2017 häufig in Anspruch genommen. Seit Mitte März 2016 stehe ich Leserinnen und Lesern der NÖN für ihre individuellen Anliegen und Sorgen zur Verfügung.

privat
Bei vielen Fragen rund um die Pensionen steht den Leserinnen und Lesern der NÖN unser Ombudsmann Johannes Jungwirth mit Rat und Tat zur Seite.

Für eine konkrete Problemanalyse ist aber oftmals vorweg der herangetragene Sachverhalt mit den jeweiligen Antragstellern genauer abzuklären.

Danach wird von mir eine rechtliche Einschätzung vorgenommen und bei Bedarf beim zuständigen Versicherungsträger anhand einer Akteneinsicht der jeweils aktenkundige Sachverhalt zur Abklärung und Lösungsfindung der Anliegen herangezogen. Damit kann dann konkret beurteilt werden, welche rechtlichen Möglichkeiten für eine Lösung im Einzelfall zur Verfügung stehen.

Oftmals geht es aber auch nur darum, dem Anfrager getroffene Entscheidungen der Versicherungsträger näher zu erläutern und nachvollziehbar darzustellen. Bei all diesem Vorgehen wird mit großer Sorgfalt auf die geltende Rechtslage und die Beachtung des Datenschutzes besonders Rücksicht genommen.

Bei den Menschen, die auf diesem Wege Rat und Hilfe suchen, sieht man auch, wie oftmals das Schicksal ins persönliche Leben eingreift.

Und plötzlich entstehen nach traumatischen Ereignissen (wie Arbeitsplatzverlust, schwerer Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Tod des Partners usw.) von einem Tag auf den anderen Pro-bleme und Sorgen. Gerade dann ist menschliche und unbürokratische Hilfe besonders wichtig.

309 Fragen und Sorgen

Das Jahr 2017 war durchaus arbeitsreich. Es wendeten sich 238 Personen mit ihren Anliegen an mich und trugen dabei 309 Fragen und Sorgen an mich heran.

NÖN-Ombudsmann; NÖN-Gra k: Gastegger

Zur Abklärung der Sachverhalte hatte ich mit 212 Personen vorweg telefonisch Kontakt. Zur Prüfung, Klärung und Lösung von Anliegen habe ich bei den Sozialversicherungsträgern in 138 Fällen Akteneinsicht genommen. Gegenüber 2016 stiegen somit die Beratungsaufgaben um mehr als 10 Prozent an. Umgelegt heißt dies: jeden Werktag eine Anfrage.

Die Monate mit den meisten Anliegen waren Jänner, Februar und November. Wichtigstes Thema waren Pensionsansprüche und Berechnungen.

Als besonderen Erfolg für 2017 möchte ich jene Fälle der Selbstversicherung bei Pflege naher Angehöriger hervorheben, wo für fünf Frauen nunmehr in näherer Zukunft die Mindestversicherungszeit für eine eigene Pension erfüllt wird.

Damit entsteht dann jeweils ein eigener Pensionsanspruch.

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Neben den individuellen Beratungsanliegen stellte ich Themen als allgemeine Informationen dar, wie Pensionen – was ist neu?, Fragen zur Altersteilzeit, Pensionen und Ausgleichszulage, Pflege von nahen Angehörigen, ohne Antrag keine Pension, Pensionen und Meldeverpflichtungen, alles um das Pflegegeld sowie Änderungen im Pensionsrecht.

Anregungen an die Sozialpolitik

Aus den eingebrachten Äußerungen lassen sich folgende Hauptanliegen ableiten:

  • Pensionserhöhungen mit Fixbeträgen für alle (anstatt der Prozenterhöhung).
  • Anhebung des Pflegegeldes und der Förderbeträge für die 24-Stundenpflege.
  • Abschaffung des Selbstbehaltes in der Krankenversicherung für Pensionisten.
  • Einschleifregelungen zum Zugang an Begünstigungen für Pensionisten mit einer Pensionshöhe knapp über dem Ausgleichszulagenrichtsatz.

Für die meisten Erledigungen ist die Kontaktaufnahme mit den zuständigen Sozialversicherungsträgern notwendig. Meine Ansprechpartner bei der SV-Bauern, der SVA der gewerblichen Wirtschaft, der NÖGKK, der
AUVA und der PVA in Wien und Niederösterreich sind sehr hilfsbereit und unterstützen die Aufgabenerfüllung mit großem Engagement.

Ich darf mich im Namen aller Ratsuchenden dafür ganz herzlich bedanken und möchte dabei Direktor Thomas Samhaber mit seinem Team in der PVA sowie Ilse Schindlegger von der NÖGKK besonders hervorheben.