Dem NÖ-Landespatron droht das Bummerl

Als "Leopoldi-Fan" outet sich nicht mal mehr jeder zweite NÖN.at-Leser. Der Rest, 56 Prozent, weiß mit dem gut 950 Jahre alten Markgraf, Klosterstifter und Landesfürst aus dem Babenberger Geschlecht nicht mehr viel anzufangen. Seinen jährlichen Feiertag am 15. November begehen trotzdem alle Landsleute. Zum Auffrischen eine Kurzstrecke über den National- und Landespatron.

Erstellt am 23. November 2021 | 12:36
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Am "Leopoldi-Tag" (15. November) feiert Niederösterreich seinen Landespatron - den Markgrafen Leopold III.
Foto: Erzdiözese Wien

Seit 1663 ehrt Niederösterreich jedes Jahr am 15. November seinen Landespatron, den Marktgraf von Österreich Leopold III., Landesfürst und Klostergründer (geboren: 1075 in Gars am Kamp oder Melk?, gestorben: 15. November 1136). 

Viel hat das Land nied der Enns dem 950 Jahre alten "Frommen", "Heiligen" und "Milden" - so seine post mortem verliehenen Beinamen  - zu verdanken: das Chorherren-Stift Klosterneuburg (1106), das Zisterzienserstift Heiligenkreuz (1133) und das Benediktinerstift Kleinmariazell (1136) hat er gegründet bzw. mitgestiftet. Leopold gilt auch als Entwickler des österreichischen Landesfürstentums und Landesbewusstseins. Er ist einer der Urväter der österreichischen Identität und soll großzügig und gerecht Land und Leute gefördert haben.

Ein Mediator und Wohltäter

Politischen Konflikten soll Leopold konsequent aus dem Weg gegangen sein. Er setzte sich lieber für den Ausbau und Wohlstand seines Herrschaftsgebiets ein. Leopold war ein kluger, guter Manager, der den Besitz seiner Familie vermehrte und in Treue zum damaligen Kaiser Heinrich V. (Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) auch Zugriff auf das Reichsgut im Land erhielt: Hainburg, Krems, Tulln und Wien kamen unter Leopolds Fittiche. Er soll außerdem 1122 maßgeblich bei der Streitschlichtung im Konflikt zwischen Kaiser und Papst (Wormser Konkordat) mitgewirkt haben. 

Sein Einfluss und sein Prestige stieg immer weiter an, sodass man ihm nach dem Tod seines Schwagers Heinrich V. die Krone des Reiches anbot. Das lehnte Leopold jedoch ab (1125).

Der Schleier seine Gemahlin Agnes wars

Der Bau des Stift Klosterneuburg geht übrigens auf die sogenannte "Schleierlegende" zurück: Nach der Bitte um ein Gotteszeichen für einen rechten Ort für eine Kirche und Kloster, soll ein Windstoß den Schleier seiner Gemahlin Agnes vom Schloß am Wiener Kahlenberg weggetragen haben. Der Schleier war unauffindbar. 8 Jahre später hat Leopold bei einer Jagd  ihn unversehrt an einer Hollerstaude in einem Wald wiedergefunden. Daraufhin seine Frau: "Geliebter Ehegemahl, dies ist der Ort, von welchem Gott will, dass er ihm geweiht werde." Leopold ließ anschließend den Wald roden und legte an der Stelle der Hollerstaude den Grundstein für das heutige Stift Klosterneuburg.

So feiert Niederösterreich seinen "Poldi"

Das traditionelle "Leopoldi"-Fest zu Ehren des Landespatrons ging auch heuer wieder im Stift Klosterneuburg über die Bühne - wenn auch Pandemie-bedingt etwas kleiner: Fahrgeschäfte, Fasslrutschen im Binderstadl, Benefizkonzert und Messe in der Stiftskirche. In anderen Pfarren und Orten gibt es Leopoldi-Festessen, Matinees bzw. Kirtage. Auch der Leopoldisegen wird traditionell an diesem Tag von Geistlichen gespendet.

Der Landesfestakt im Festspielhaus in St. Pölten wurde heuer wieder aufgrund der Corona-Lage abgesagt. Stattdessen wandte sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wie im Vorjahr in einer digitalen Videobotschaft an die Landsleute. Mikl-Leitners Rede ist hier (Facebook-Kanal: "Unser Niederösterreich") nachsehbar.

Feiertag, aber nicht generell arbeitsfrei

Der 15. November (Hl. Leopold, auch: Leopoldi, St. Leopold) ist ein Feiertag im Sinne des Landesrechts und damit nicht generell arbeitsfrei. In Niederösterreich und Wien haben Schulen, Ämter und Behörden an diesem Tag aber geschlossen.

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