Alexander Balga: Ein Mann mit Visionen.

Von Verena Randolf. Erstellt am 01. August 2017 (02:17)
Alexander Balga führte beim Musical-Klassiker „Hair“, das bis 12. August in Amstetten zu sehen ist, Regie. Derzeit arbeitet der Mistelbacher an der Neuauflage der „Dirty Dancing“-Tournee.
zVg

„Meine Großmutter hat mich früher sehr oft von Mistelbach nach Wien ins Theater geschleppt und als ich mit 14 ‚Les Misérables’ sah, wusste ich: Ich will auf die Bühne!“, erzählt Regisseur Alexander Balga. „Die Emotionen, diese Symbiose aus Schauspiel, Tanz und Gesang, das empfand ich als etwas ganz Besonderes, etwas, das mich tief bewegt hat.“

Im A-capella-Chor seines Gymnasiums entdeckte er in den 80ern sein musikalisches Talent und als er 18 wurde, inszenierte er sein erstes Stück - „Die Rocky Horror Picture Show“ – in Mistelbach. „Wenn du so etwas machst und gute Resonanz bekommst von den Leuten, die dir zusehen, dann merkst du sehr schnell, ob die Bühne etwas für dich ist.“

Für Balga war sie etwas – zumindest eine Zeit lang: Der junge Niederösterreicher schloss in Wien seine Ausbildung ab und machte sehr schnell Karriere. Als er in Deutschland dann in ‚Les Misérables’ auf der Bühne stand, hätte sich ein Kreis für ihn geschlossen, wie er sagt. „Danach habe ich ins Regiefach gewechselt. Mich faszinierte die
Möglichkeit, Geschichten in Kombination mit Tanz und Musik zu erzählen, ohne dass es für das Publikum merkwürdig aussieht, wenn die Darsteller plötzlich zu tanzen anfangen oder zu singen.“

Dieses Gefühl, erinnert sich der heute 43-Jährige, eine Vision für Bühnengeschichten zu haben, hätte ihn schon von klein auf begleitet. Dass ihn sein Weg dann bei Musicals wie „Hair“, „Fame“, „Saturday Night Fever“ und „Messiah Rocks“ auf internationalen Bühnen Regie führen ließ, empfindet er als großes Glück. „Ich bin sehr dankbar“, meint der Künstler, der aktuell in Düsseldorf lebt.

Fragt man den Regisseur nach den bisherigen Highlights seiner Karriere, fängt er zu grübeln an. „Große Bühnen, kleine Bühnen – das ist mir nicht wichtig, ich bin stolz auf alle Produktionen, die ich gemacht habe.“

Dass er mit 24 Jahren die Uraufführung von „Miami Nights“ in Düsseldorf zu verantworten hatte, sei aber doch ein Höhepunkt gewesen und auch seine Arbeit am Broadway, wo er in Workshops zukünftige Musical-Stars trainierte. „Diese Atmosphäre in New York mitzuerleben war schon etwas sehr Besonderes“, erzählt er, „obwohl dort auch alle nur mit Wasser kochen.“