Bernard Mattee: Abseits des Schlager-Klischees.

Von Verena Randolf. Erstellt am 05. September 2017 (02:49)
Rainhart Gabriel
Bernard Mattee

Eigentlich wollte er nur ein paar tausend Schilling ausleihen, um sich ein Moped zu kaufen. Der Vater aber, leidenschaftlicher Hobbymusiker, hielt nicht viel vom Verborgen und schlug dem damals 16-Jährigen folgenden Deal vor: „Ich leih’ dir kein Geld, aber ich lern’ dir drei Griffe auf der Gitarre. Du gehst mit zu meinen Auftritten, tust so, als könntest du spielen, und verdienst dein Geld selbst.“

So landete Bernard Mattee, der damals noch Bernhard Kramer hieß, erstmals auf der Bühne. „Und kannst du dir in etwa vorstellen, wie peinlich das war?“, erinnert er sich lachend. „Ich stand da, mein Vater und seine Kollegen spielten Lieder wie „Frau Maier hat gelbe Unterhosen an“ und ich tat so, als könnte ich Gitarre spielen. Unten im Publikum die ganzen Urlaubermädels.“

Mehrmals sei er damals im Bühnenboden versunken vor Scham, die allerdings guter Antrieb war, so rasch wie möglich tatsächlich Gitarre spielen zu lernen. Musiker werden wollte der junge Kärntner dennoch nicht. 15 Jahre lang holte er seine Gitarre hobbymäßig nach der Arbeit hervor – er war in der

Zwischenzeit Installateur geworden – bis ihn seine Tante bei der Puls4-Castingshow „Herz von Österreich“ anmeldete, wo er nach „Tagträumer“, die mittlerweile ihren musikalischen Durchbruch geschafft haben, den zweiten Platz belegte.

Nach dem Finale kontaktierte ihn eine deutsche Plattenfirma, er produzierte sein erstes, eigenes Lied „Bis ans Ende dieser Welt“, verkaufte es mehr als 10.000 mal. Seit eineinhalb Jahren lebt er hauptberuflich von der Musik.

Das Genre, in dem sich Mattee bewegt, definiert er als „Schlager Pop“. Mit den Piercings und den breiten Schultern verkörpert er das, was sich „moderner Schlager“ nennt: „Als klassischen Schlagersänger sehe ich mich nicht, nein“, meint Mattee, der sich im Künstlernamen nach seinem kleinen Sohn Matteo benannt hat („So habe ich ihn immer bei mir.“).

„Das ganze Genre ist sehr modern geworden und hat sich sehr verändert.“ Deswegen findet sich auf seinem Debütalbum, das er Mitte August veröffentlicht hat, alles von Disco-Nummern bis hin zu Balladen.

Nächster Auftritt: Am 16. September im Stadtpark Wiesn in Ebenfurth.