Christopher Schärf: Auch unter harten Bedingungen.

Von Verena Randolf. Erstellt am 26. September 2017 (02:20)
ORF/ Domenigg
Schauspieler Christopher Schärf ist in Wiener Neustadt aufgewachsen. Mittlerweile lebt er in Wien.
 

Christopher Schärf kommt gerade von einem Casting. Wie es denn gelaufen ist? „Heute war es sehr lustig“, erzählt der Schauspieler, „aber in der Regel sind Castings eher ein notwendiges Übel.“ Er habe aufgehört, zu viel zu erwarten, denn: „Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich das Gefühl hatte, ein Casting komplett in den Sand gesetzt zu haben, um dann die Rolle trotzdem zu bekommen.“ Und umgekehrt.

Man könne seine eigene Performance nur schwer beurteilen und wisse auch nicht, nach welchen Kriterien die Film-Crew ihre Wahl trifft. „Vielleicht bin ich auch zu selbstkritisch.“

Bei seinem letzten Filmprojekt jedenfalls, der Tragikomödie „Nichts zu verlieren“ unter der Regie von Wolfgang Murnberger, sei er durchaus mit Zweifeln aus dem Casting gegangen. Dann hatte er an der Seite von Georg Friedrich die Hauptrolle bekommen.

Fünf Wochen lang haben die beiden im Hochsommer an der Geschichte gedreht, die großteils in einem Reisebus nahe München spielt: „22 Drehtage, und die waren durchaus anstrengend, aber ich mag das“, sagt Schärf.

Nach „Achterbahn“ und „Steirerkind“ war „Nichts zu verlieren“ die dritte Zusammenarbeit der beiden Wiener Neustädter Murnberger und
Schärf. „Wir kennen uns mittlerweile sehr gut und ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich mit Wolfgang arbeite.“

Trotzdem barg die Tragikomödie ihre Herausforderungen: „In dem Bus zu drehen, war einfach extrem, weil es zum Teil irrsinnig heiß war, aber auch sehr kalt. Ich wusste allerdings vorab schon, dass es so sein würde, und im Grunde waren diese Bedingungen dem Ergebnis auch zuträglich.“

Die große Leidenschaft für seinen Beruf und die Freude, an dem, was er macht, lassen ihn auch harte Bedingungen wegstecken. „Das zu verlieren – den Enthusiasmus an meiner Arbeit – stelle ich mir schlimm vor.“ Dieser Enthusiasmus lässt ihn auch Phasen, in denen kein neues Projekt ansteht, übertauchen: „Die Schauspielerei ist ein hartes Geschäft. Es tut oft weh und ist bitter, aber die Leidenschaft ist einfach da, der Reiz, und ich mag das Spielen einfach sehr gerne.“

Am 19. 10. ist Christopher Schärf in „Einer von uns“ zu sehen – einem Spielfilm von Stephan Richter, der jenen nächtlichen Vorfall in einem Kremser Supermarkt aufgreift, bei dem ein 14-Jähriger 2009 von der Polizei erschossen wurde.