Wimpassing an der Leitha

Erstellt am 06. Februar 2018, 01:02

von Verena Randolf

„Die Mayerin“: Neu erweckte Leidenschaft.

Ulrike Mayer lebt in Wimpassing und ist studierte Psychologin. Demnächst veröffentlicht sie als „Die Mayerin“ ihr erstes Album.   |  Saurugg

Es ist ein kleiner Ort, durch den die Leitha fließt. Der Fluss bildet die Grenze zwischen zwei Bundesländern, und so kommt es, dass Wimpassing zum Burgenland gehört und dennoch eine niederösterreichische Postleitzahl hat. Somit ist Sängerin Ulrike Mayer streng genommen Burgenländerin, seit Abschluss ihres Psychologie-Studiums 2011 hat sie sich in ihrer Heimat samt eigener Praxis sesshaft gemacht.

Davor allerdings war die Ex-Sängerin der Band WG so oft in Niederösterreich, dass sie vor allem die Gegend um Michelhausen im Bezirk Tulln als „zweite Heimat“ betrachtet.

„Damals war ich vier, fünf Tage die Woche dort, um zu spielen, zu proben und so weiter.“ Irgendwann, so die Sängerin, habe sie aber den Glauben an das Projekt verloren. Sie sei schwanger geworden, und das hätte zum Ende der Band WG geführt, die unter anderem Auftritte hatte als Vorband von Silbermond und Juli und 2011 am Entscheid für den Österreich-Beitrag am Song-Contest teilnahm.

"Zwischen Himmel und Erden"

Jahrelang sei die Musik dann in den Hintergrund gerückt: Kinder, Familie, ein Haus, das gebaut werden wollte, und die berufliche Selbstständigkeit ließen keinen Platz fürs Singen. Bis zum Tag ihrer Hochzeit: „Da war mir klar, dass ich meinem Mann ein Lied schreiben will.“ Natürlich im Dialekt – alles andere wäre ihr unnatürlich vorgekommen. „Als ich mit der Arbeit dafür angefangen habe, war es so, als würde etwas in mir aufbrechen. Nach den fünf Jahren ohne Musik habe ich gespürt, wie sehr ich das alles vermisst habe, ohne es überhaupt zu bemerken.“

„Zwischen Himmel und Erden“ – so der Titel des Liedes, mit dem sie bei ihrer Hochzeit 2016 rund 80 Prozent der Anwesenden zum Weinen gebracht hatte. „Das Feedback damals war wirklich überwältigend“, erinnert sich Mayer. „Es sind so viele Leute auf mich zugekommen und haben mich darin bestärkt, wieder Musik zu machen.“

Was dann passierte, ging recht schnell: Ein Künstlername wurde gefunden – „die Mayerin“, weil sie am Land nach der Hochzeit nun mal so gerufen wurde – und ein Debutalbum aufgenommen. Mit „Guade Söh“ – also „Gute Seele“ auf hochdeutsch – folgte die erste Single-Auskopplung und damit zahlreiche TV-Auftritte und Interviews. „Ich bin sehr froh darüber, wie es gerade läuft!“, freut sich die Künstlerin. Am 23. Februar erscheint ihr Debutalbum „Sternschnuppn“.