Münchendorf

Erstellt am 14. November 2017, 01:00

von Verena Randolf

Flo Knöchl: Keine Angst vorm großen Schweigen.

Fußball-Kommentator Florian Knöchl ist in Münchendorf im Bezirk Mödling aufgewachsen.  |  Kniepeiss

Seine Schwester hat ihn als Kind für verrückt erklärt, als er stundenlang vor der Playstation saß und seine eigenen Spiele kommentierte, während er zockte. „Der Wunsch, das zu tun, war unbewusst wohl schon damals da“, lacht Puls-4-Sportkommentator Florian Knöchl. Der 30-Jährige ist seit vier Jahren beim Privatsender unter anderem als Live-Kommentator von Fußballspielen tätig.

Kein leichter Job, auf den Knöchl nach seinem Publizistik-Studium in Wien und folgendem Berufseinstieg dennoch bestens vorbereitet war: „Die Bundesliga wollte ein Radio machen für Menschen mit Sehbehinderung und dafür wurden Moderatoren gesucht.“

Der Münchendorfer bewarb sich und bekam den Job prompt: „Das schwierige dabei, für Menschen ein Sportevent zu kommentieren, das sie selber nicht sehen können, ist, dass du sowohl am Spielfeld als auch rundherum alles einfangen musst. Wenn der Trainer zum Beispiel bei den Ersatzbänken steht und brüllt, muss das genauso erwähnt werden wie die Einzelheiten des Spiels.“ 90 Minuten ohne Unterbrechung durch sprechen.

Als Puls 4 vor vier Jahren Sport-Kommentatoren suchte, war Knöchl also bestens vorbereitet. Die große Angst des Kommentators vorm Schweigen kennt der junge Niederösterreicher dennoch: „Wenn sich ein Spiel dahin zieht, ist es oft mühsam. Da hilft es auch nicht, als Kommentator irgendetwas schönzureden, der Zuschauer merkt ja, dass die Spieler auf der Bremse stehen.“

Bei seinem ersten großen Fußball-Event – dem Spiel des AS Roma gegen die Austria Wien in der Europa League vor wenigen Wochen – hatte der Kommentator allerdings Glück: „Die Aus-tria konnte einen 3:1 Rückstand auf 3:3 ausgleichen.“ Ein spannendes Spiel mit sechs Toren – ein Glücksfall für jeden Kommentator.

Dennoch passiert es auch Knöchl – der seine eigene Stimme, wie viele andere nach wie vor nicht selber im Fernsehen hören will – dass auch er sich nach Abpfiff mal denkt: „Da hätte man ein paar Sachen anders machen können. Ganz zufrieden ist man mit sich grundsätzlich nie.“

Ein bisschen gnädiger zu seinen Kommentatoren-Kollegen ist Knöchl geworden, seit er den Job selbst ausübt: „Man weiß einfach, dass so vieles mitspielt, wenn da einer sitzt und kommentiert: Wie man was sagt, hängt komplett von der eigenen Tagesverfassung ab, zum Beispiel.“ In hoffentlich guter Tagesverfassung ist Florian Knöchl am 28. November. Da kommentiert der 30-Jährige das Finale der Puls 4-Show „Ninja Warrior“.