Florian Ritt: „Folkshilfe“ für die Leute am Land.

Von Verena Randolf. Erstellt am 27. März 2018 (01:26)
Grünwald
Florian Ritt ist studierter Musiker und spielt in seiner Band „Folkshilfe“ die „Quetschn“. Das aktuelle Album der Musiker heißt „BAHÖ“.

Mittlerweile kennt Florian Ritt Niederösterreich wie seine Westentasche. Die kleinen Dörfer eher, die unscheinbaren Wirtshäuser, in die sich sonst nie eine Band verirrt. Der Frontman der Dreier-Kombo „Folkshilfe“ spielt mit seinen Kollegen gerade auf der „Tour der Regionen“, die die Musiker in teils abgelegene Orte in ganz Österreich und in Deutschland bringt.

Wenn die gebürtigen Oberösterreicher mit ihrem gesamten Bühnenequipment sowie der transportablen Bühne selbst in den Veranstaltungsorten aufkreuzen, kann es schon passieren, dass die gesamte Ortschaft zusammenläuft, um die jungen Musiker zu begrüßen. Und dass der Pfarrer zum Soundcheck kommt. „Das ist es genau, was mir an dieser Tour Spaß macht: Bei jedem Auftritt kann man mit irgendeiner Überraschung rechnen, weil die Voraussetzungen vor Ort immer anders sind.“

"Versuchen Lieder zu schreiben, die Leute wiedererkennen"

Bekannt wurde die Band einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch ihre TV-Auftritte im ORF, als der Sender 2015 einen Vertreter für den Song Contest suchte. Bis dahin hatten die Musiker mit ihrem Schlagzeug, der Gitarre und der steirischen Ziehharmonika ihr Dasein als Straßenmusikanten gefristet. Entstanden ist die Band aus einer Jux-Idee, wie Sänger Florian Ritt berichtet: Die jungen Männer wollten einen Bus-Urlaub durch Österreich mit Straßenauftritten finanzieren. Die eingängigen Melodien – „wir versuchen immer, Lieder zu schreiben, in denen sich die Leute wiedererkennen“ – kommen beim Publikum an.

Dabei hat Florian Ritt, der die Quetsch’n spielt, eigentlich Jazzgitarre und Jazzbass studiert. Als Kind sang er bei den Wiener Sängerknaben. Die Harmonika hatte jemand anderer mit – damals, als die Bandgeschichte der „Folkshilfe“ ihren Lauf nahm:

„Ein paar Leute, die gemeinsam auf Urlaub sind und Musik machen, spielen halt auch einmal auf der Straße. Wir haben gespielt, Leute haben sich dazugestellt, zugehört, mitgesungen, so hat sich das ergeben.“ Kurzerhand stellten sie einen Hut auf – und hatten das Geld fürs Wochenfrühstück für die 15-köpfige Urlaubertruppe eingenommen.

Seit die Band im TV bekannt wurde, können die jungen Männer von ihren Auftritten leben. „Das ist schon ein Fulltime-Job“, lacht Florian Ritt. Ihre „Tour der Regionen“ führt die Jungs am 7. April in die Wirtshausbühne Bernhart in Schwarzenbach.