Ivona Dadic: „Fühle mich pudelwohl in St. Pölten“.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 20. März 2018 (01:05)
Claus Stumpfer
Wer Vizeweltmeisterin im Fünfkampf wird, bekommt eine Torte mit dem eigenen Konterfei geschenkt. Wer in zwei Jahren eine Olympiamedaille holen will, darf sie aufschneiden, aber nicht selber verputzen. Ivona Dadic freute sich dennoch.

Landeshauptfrau, Sportlandesrätin, Ex-Teamkicker, Ex-Radweltmeister – alles, was im Land Niederösterreich und speziell im Sport Rang und Namen hat, fand sich kürzlich im St. Pöltner Landhaus ein, um „ihrer“ Ivi zur WM-Silbermedaille im Fünfkampf zu gratulieren. Dass Ivona Dadic eine „Unserige“ wurde, ist aber nicht selbstverständlich.

Das kam so: Die heute 23-Jährige kam in Wels zur Welt und wuchs im beschaulichen Offenhausen im oberösterreichischen Hausruckviertel auf. Und sie wuchs schnell. Bereits in der Volksschule war sie gut einen Kopf größer als ihre Alterskollegen. Mit ihren langen Beinen lief sie allen auf und davon.

Das fiel erstmals rund um die Jahrtausendwende im Rahmen einer Kinder-Laufolympiade auf. Klein-Ivi hängte auch ältere Kinder ziemlich deutlich ab. „Die 800 Meter hab’ ich mit 200 Metern Vorsprung gewonnen“, erinnert sie sich.

"St. Pölten ist perfekt, nicht zu groß und nicht zu klein"

Von Talentescouts entdeckt, schloss sie sich einem Verein an. Weil sie nicht nur schnell laufen, sondern auch hoch und weit springen konnte, war sie bald Mehrkämpferin. 2012 trat sie erstmals bei den Olympischen Spielen in London in Erscheinung. Sie blieb zwei Jahre in England, wollte dort studieren und trainieren. Letzteres scheiterte an Verletzungen.

Wieder zuhause fand sie bei der Union St. Pölten ein für sie perfektes Umfeld. Seither geht es steil bergauf. Dadic wohnt seit zwei Jahren auch in der NÖ-Landeshauptstadt. „Ich fühle mich hier pudelwohl. St. Pölten ist perfekt, nicht zu groß und nicht zu klein.“

Übrigens: Jene St. Pöltner Herren, die ein Auge auf die hübsche Sportlerin geworfen hätten, werden enttäuscht sein. Ivona ist vergeben. Freund Dario ist ebenfalls Sportler, spielt bei Sierning in der OÖ-Landesliga Fußball. Wer schneller laufen kann? „Wir trainieren öfter miteinander, sind aber noch nie um die Wette gelaufen. Ich würde aber nicht zulassen, dass er mich schlägt“, lacht Dadic.