Wiener Neustadt

Erstellt am 21. November 2017, 00:17

von Verena Randolf

Julia Franz Richter: Ausflug in den Pferdestall.

Die Schauspielerin Julia Franz Richter spielt die Hauptrolle in der ersten selbst produzierten Servus TV-Serie „Trakehnerblut“.  |  ServusTV-SAM-Film/ Hoermandinger

Ihr Pferd, erzählt Schauspielerin Julia Franz Richter, habe sehr positiv auf Applaus reagiert: „Wenn wir es in eine bestimmte Richtung lenken wollten, zum Beispiel, musste das ganze Set klatschen. So wie das bei Hunden funktioniert mit Leckerlis.“ Die gebürtige Wiener Neustädterin lacht.

72 Tage lang drehte die junge Frau vergangenes Frühjahr an der Seite von Patricia Aulitzky, Michou Friesz und Christoph Luser in Wien und auf dem Gelände eines Schlosses nahe Innermanzing, um acht Folgen der von Servus TV in Auftrag gegebenen Serie „Trakehnerblut“ zu produzieren.

Berührungsangst mit den eindrucksvollen Tieren – die Serie handelt von einer jungen, adoptierten Frau, gespielt von Richter, die nach dem Ableben ihrer leiblichen Eltern ein Gestüt, auf dem die Reitpferderasse „Trakhener“ gehalten wird, erbt – hatte die Schauspielerin keine. „Ich bin in Ebreichsdorf aufgewachsen und habe als Kind sehr viel Zeit auf einem Bauernhof verbracht.“

"Jetzt gerade läuft es ganz gut"

Der Umgang mit Pferden sei ihr also nicht neu gewesen, die Arbeit am Filmset allerdings war für die Theaterschauspielerin ungewöhnlich: Vor allem die Tatsache, nach Drehschluss seine Rolle nicht mehr anpassen und neu auslegen zu können, wie es in Theaterproduktionen möglich ist, war für Richter neu. „Ich habe mir die ersten beiden Folgen der Serie angeschaut und ganz einfach war es nicht, da gar nichts mehr ändern zu können“, lacht sie. Sie sei durchaus kritisch mit ihrer eigenen Leistung, hätte aber von Freunden und von ihrer Familie sehr viel positives Feedback bekommen.

Richter ist eines der großen Schauspieltalente des Landes. Aktuell tritt sie regelmäßig am Münchner Volkstheater auf, wo sie seit der vergangenen Spielsaison fix zum Ensemble gehört. „Jetzt gerade läuft es ganz gut, ich kann mich nicht beklagen“, freut sie sich.

Dabei war ihr der Weg in die Schauspielerei keineswegs vorgezeichnet. Erst mit 20 entschied sich die junge Frau, sich an einer Schauspielschule zu bewerben. Davor hatte sie ein Jahr lang Literaturwissenschaften studiert. „Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass das Studium das Theoretische kaum verlässt.“ Der Drang, einen Ort zu finden, um ihre Leidenschaft für Literatur auszuleben, führte sie auf die Bühne. Und in weiterer Folge zum Fernsehen.

„Trakehnerblut“, immer donnerstags um 20.15 auf Servus TV.