Lorenz Büffel: Kremser mit Ballermann-Hit.

Von Verena Randolf. Erstellt am 16. Januar 2018 (01:25)
Summerfield
Spätestens als die Damen der ÖFB-Fußballnationalmannschaft seinen Hit „Johnny Däpp“ vor laufenden TV-Kameras sangen, wusste er: „Es läuft.“ Der Kremser Sänger Lorenz Büffel hat den Durchbruch geschafft.

„Wie ich den Gesellenbrief geschafft habe, frage ich mich noch heute“, lacht Sänger Lorenz Büffel. Seine Stimme klingt heiser, wie Stimmen klingen, wenn man sich die Nächte um die Ohren schlägt und dabei viel grölt. Vor rund 16 Jahren hielt er nach seiner Lehre als Maschinenschlosser bei den ÖBB sein Abschlusszeugnis in der Hand – wenige Tage danach kündigte der heute 38-Jährige seinen sicheren Job, setzte sich an den Computer und gab „Paradies, Urlaub, deutsch“ in die Suchmaschine ein. „Senegal“ spuckte das Gerät als Antwort aus, also setzte sich Büffel, der mit echtem Namen Stefan Scheichel heißt, in den Flieger und wurde Animateur.

„Die Erfahrung, die ich in Westafrika gesammelt habe, hat mir sicher sehr geholfen bei dem, was ich jetzt mache“, erzählt Büffel. Was er jetzt macht: Er steht auf den Bühnen am Ballermann in Mallorca und in Schirmbars in Skigebieten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz und singt „Scheiß auf den Job, scheiß auf dein Geld …“. Und „Johnny Däpp“ – jenen Hit, der ihn 2016 schlagartig berühmt gemacht hat.

"Dass ich dieses Leben leben darf, ist ein großes Glück"

300 Termine absolviert der Kremser im Jahr, das sei „hart, aber schön“, meint Büffel. „Dass ich dieses Leben leben darf, ist ein großes Glück.“

Allüren erlaubt sich der erfolgreiche Ballermann-Sänger trotz seiner zunehmenden Bekanntheit, mehrfacher Auszeichnungen und Platz 1 in den einschlägigen Charts keine: „Ob du auf einer Bühne, einer Bar oder einer Bierkiste auftrittst, ist hinfällig, du musst immer die gleiche Leistung abliefern. Und du hast genau 30 Sekunden lang Zeit, um die Leute auf deine Seite zu ziehen. Hast du es innerhalb dieser halben Minute nicht geschafft, wird das nichts mehr.“

Dass Lorenz Büffel überhaupt auf der Bühne steht, ist für den Niederösterreicher, der in der Schule schon Pausenclown war, eine glückliche Fügung: „Das erste Mal hatte ich im Senegal ein Mikro in der Hand. Damals hatte ich schweren Durchfall und ich schwor mir nach dem Auftritt wirklich: Nie wieder!“

Doch dann kam das Schicksal in Form einer Melodie, die ihn fünf Jahre lang nicht mehr loslassen sollte und die letztendlich seinen Durchbruch bedeutete. Druck, einen zweiten Hit, in der Liga zu finden, verspürt der Sänger, der mittlerweile in Köln lebt, nicht: „So ein Ding schaffst du vermutlich nur einmal im Leben.“