Maxi Blaha: Die Tendenz zu starken Frauen.

Von Verena Randolf. Erstellt am 30. Januar 2018 (01:00)
Peter Rigaud
Schauspielerin Maxi Blaha als Emilie Flöge, mit der sie zwar nicht das Faible für Mode, dafür das Dasein als überzeugte Feministin gemein hat.

Woran man erkennt, dass Maxi Blaha eine echte Marchfelderin ist? Sie hat kein Problem mit Gelsenstichen. Sagt sie und lacht. Die Schauspielerin lebt im Sommer mit ihrer Familie – mit Ehemann Franzobel und Sohn Nepomuk – in Orth an der Donau, in einem Haus, das 1740 erbaut wurde.

Das Alte, Originale, Gewachsene, das Erdige und das einfache Leben in Orth sei es, was sie so an ihrer zweiten Heimat schätzt. (Den Winter über lebt sie in Wien.) „Ich lege nicht besonders viel Wert auf Statussymbole“, erklärt Blaha, die einen Mazda 5 fährt und privat gerne Jogginghosen trägt.

Auf der Bühne hingegen schlüpft die 45-Jährige regelmäßig in die Rolle der mondänsten Frauen, die Österreichs Geschichte zu bieten hat: In die von Friedensstifterin Bertha von Suttner, zum Beispiel, die wahnsinnig viel Geld für ihre Toilette ausgegeben hat, wie Blaha erzählt. „Mit ihren teuren Roben wollte sie Staatsmänner wie US-Präsident Theodor Roosevelt beeindrucken.“

Blaha spielt "wieder eine Mode-Tante"

Dann war da noch Autorin Elfriede Jelinek: „Der wurde nahe gelegt, die eine Million Preisgeld, die sie für den Literaturnobelpreis bekommen hat, in eine Therapie zu investieren.“ „Gebe ich lieber für ein japanisches Kleid aus“, soll Jelinek darauf geantwortet haben. „Und jetzt“, lacht Blaha, „spiele ich schon wieder eine Mode-Tante.“

Und was für eine: Ab 13. März schlüpft Blaha in die Kleider Emilie Flöges, jener Frau, die hierzulande in erster Linie als Muse des Malers Gustav Klimt bekannt ist. Im Ausland, so die Künstlerin, sei Flöge in erster Linie berühmt für ihre Designs. „Sie und Gustav Klimt verband etwas ganz Besonderes. Flöge kleidete die Models ein, die Klimt dann malte, im Sterbebett im Wiener AKH verlangte er nach seiner ‚Milli’.“ Flöge galt als Vorbild Coco Chanels, sie war es – so Maxi Blaha – die die ersten Reformkleider entwarf, Kleider also, die ohne Korsett und Mieder auskamen und Frauen Bewegungsfreiheit schenkten und die Möglichkeit tief durchzuatmen.

Anlässlich des 100. Todestages von Gustav Klimt hat das Wiener Belvedere ein Theaterstück in Auftrag gegeben, das Leben der beiden anhand von 400 Briefen und Postkarten, die der Maler an seine Geliebte geschrieben hat, nachzeichnet. Vor den neu gehängten Bildnissen wird Maxi Blaha ab 13. März im Kunstmuseum zu sehen sein.