Susanne Höggerl: Immer am neuesten Stand.

Von Verena Randolf. Erstellt am 12. Dezember 2017 (01:47)
ORF
Die ZIB-Nachrichtenmoderatorin Susanne Höggerl lebt seit einigen Jahren mit ihrer Familie in einer kleinen Gemeinde im Wienerwald.

Als am 11. März 2011 Tsunamiwellen mit einer Höhe bis zu 15 Metern über die Schutzmauer des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima traten, stand Susanne Höggerl mehrere Stunden – anstatt wie geplant wenige Minuten – live im ORF-Nachrichtenstudio. Sie berichtete in Echtzeit von einer der größten Nuklearkatastrophen der jüngeren Vergangenheit und das erste Zuschauermail, das nach dem Studio-Marathon dazu eintraf? Betraf das Sakko, das sie währenddessen getragen hatte. „Da war ich kurz erschüttert“, erinnert sich die Nachrichtenmoderatorin, die seit vergangenem Mai an der Seite von Tarek Leitner die „Zeit im Bild“ um 19.30 auf ORF 2 moderiert.

Dass Frauen vor TV-Kameras wesentlich öfter auf ihr Outfit reduziert werden als ihre männlichen Kollegen sei nichts Neues, meint die gebürtige Steirerin. Deswegen versuche sie, sich nicht allzu auffällig zu kleiden: „Ich will die Leute nicht zu sehr vom Inhalt ablenken. Mir ist es wichtig, dass das Outfit schön ausschaut, aber ich will in erster Linie, dass man mir zuhört.“

"Mir blieb nicht viel Zeit, um nervös zu sein"

Der Weg ins Nachrichtenstudio der meistgesehenen Informationssendung des Landes führte Höggerl durch viele andere Stationen: „Ich habe im ORF schon das Licht früh morgens auf- und spät abends abgedreht“, lacht sie. Chroniksendungen am Nachmittag, Morgensendungen am Vormittag. In ihre erste ZIB sei sie beinahe unabsichtlich gestolpert: „Ich bin das erste Mal eingesprungen, als meine beiden Kolleginnen krank waren“, erinnert sie sich. „Das habe ich damals erst gegen Mittag erfahren, deswegen blieb mir nicht besonders viel Zeit, um nervös zu sein.“

Die wichtigste Eigenschaft einer Nachrichtenmoderatorin? „Nervenstärke, weil wirklich jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren kann.“ Das sei auch das Schöne an ihrem Beruf: dass keine Routine aufkommt. „Die kann ja mitunter etwas lähmend wirken“, meint sie. Langeweile sei im Arbeitsalltag eines News-Redakteurs ohnehin selten Thema – die Aktualität der Ereignisse sorgt für Spannung.

Selber immer am neuesten Stand sein zu wollen, sei eine Berufskrankheit, die sie mit vielen Kollegen teilt. „Das Handy wegzulegen fällt mir mitunter schon schwer“, erzählt Höggerl. Umso wichtiger sei es ihr, gerade in Hinsicht auf ihre beiden Kinder, eine gewisse Vorbildfunktion auszuüben und bewusst aufs Smartphone zu verzichten. Weihnachten sei eine der seltenen Gelegenheiten, wo die Journalistin ganz ohne Handy auskommt: „Da feiern wir Weihnachten. Punkt.“