Wolfgang Bankl: „Musik ist permanent bei mir“.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 21. August 2018 (00:56)
Dieter Schewig
Im Herbst ist der Bassbariton Wolfgang Bankl wieder in der Staatsoper auf der Bühne in „Il barbiere di Siviglia “ zu hören. 

„Beeindruckend, schweißtreibend, inspirierend. Es war einfach nur schön“, resümiert Opernsänger Wolfgang Bankl das Galakonzert „La Notte Italiana“ in Horn am vergangenen Wochenende. Der Bassbariton war von 1989 bis 1993 am Opernhaus Kiel engagiert und ist seit 1993 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper.

„Dass ich Sänger werden wollte, hat sich spät ergeben“, sagt der 58-Jährige, der in Tribuswinkel, Bezirk Baden, aufgewachsen ist, mittlerweile aber seit 17 Jahren in Bad Vöslau lebt. „Künstlerisches Interesse hatte ich aber immer.“ Als Kind lernte der Sänger Geige, als Teenager begann er E-Bass zu spielen. Nach der Gymnasialzeit habe er Komposition studieren wollen, doch für die Anmeldung hätte er ein Hauptfach gebraucht, erzählt er. Bankl entschied sich, es mit Gesang zu probieren, und er wurde „tatsächlich genommen“. „Singen hat sich dann relativ schnell zum Berufswunsch entwickelt.“ Von 1984 bis 1989 studierte er am Konservatorium Gesang.

"Die Musik und die Kunst sind permanent bei mir"

Doch nicht nur selbst zu lernen war Bankl, der 2013 zum österreichischen Kammersänger ernannt wurde, wichtig. Sein Wissen an jüngere Künstler weiterzugeben habe für ihn „eine ganz große Wichtigkeit“. So leitet er jährlich – auch jetzt im August – im Zuge der „Allegro Vivo“ einen Meisterkurs: „Es geht um das gemeinsame Musizieren, das Miteinander der Dozenten aus aller Herren Länder. Für mich beginnt das künstlerische Jahr im Meisterkurs in Horn, weil ich da Kraft schöpfe für die elfeinhalb Monate danach!“

Als leidenschaftlicher Radfahrer gründete Bankl vor Jahren mit Norbert Pfafflmeyer das fahrende Kleinfestival Giro d’Arte. Zu den Veranstaltungen gelangt man dabei jeweils mit dem Fahrrad. „Die Musik und die Kunst sind permanent bei mir“, sagt Bankl, abgesehen von privaten Feiern, wo er das Singen verweigere, „mit Ausnahme von Happy Birthday im Chor.“

Nachdem der Künstler im Sommer genügend Zeit für Urlaub und seine beiden Kinder (15 und 18 Jahre) hatte, wird er im Herbst energiereich wieder in der Staatsoper auftreten: „Im November wird die Oper ‚Die Weiden‘ von Johannes Maria Staud welturaufgeführt!“