Andy Marek: Das Rapid-Vierteljahrhundert. Der Satz „Mein Name ist Andy Marek und ich komme aus dem Waldviertel“ brachte ihm zwar damals einige Lacher, aber auch eine große Karriere ein.

Von Verena Randolf. Erstellt am 03. Januar 2017 (02:01)
Rapid-Stadionsprecher Andy Marek ist eine Legende unter Fußball-Fans. Ob er sein 25-jähriges Jubiläum feiert, weiß er noch nicht. Für 2017 wünscht er sich in erster Linie Gesundheit – und dass seine Serie, ein Vierteljahrhundert lang kein Rapid-Spiel zu versäumen, weitergeht.
Marschik

„Vor 25 Jahren saß ich in einem Restaurant in Wien“, erinnert sich Marek, „und stolperte beim Zeitunglesen über eine Anzeige. Der SK Rapid suchte einen Stadion-Sprecher. Ich rief an, wurde eingeladen und sprach diesen Satz vor rund 600 Leuten.“

Seitdem hat der Groß-Sieghartser kein einziges Heimspiel seiner Mannschaft versäumt. „Ich stand mit Krücken im Stadion, oft mit großer Verkühlung oder gar einer Grippe. Das waren weit über 500 Spiele in Serie und ich war bei jedem einzelnen dabei, habe alle moderiert und keines versäumt.“

Eine Tatsache, auf die der 54-Jährige sichtlich stolz ist. Und auch darauf: „Es gibt in Österreich nicht viele Menschen – wahrscheinlich keinen Einzigen – der live vor 50.000 Menschen spricht. Außer mir.“ Er lacht.

Gerade das vergangene Jahr stellte den gelernten Einzelhandelskaufmann, der nach einer kleinen Gesangskarriere – mit 18 nahm er fünf Singles und eine LP auf – den Textilfachhandel seiner Eltern übernahm und auf acht Standorte ausbaute, vor einige Herausforderungen: „Das war sicher das intensivste Jahr, das ich bisher bei Rapid erlebt habe“, resümiert er. Vor allem die Eröffnung des neuen Rapid-Stadions in Hütteldorf hat dem „Direktor Klubservice und Event“, diese Position bekleidet Marek mittlerweile seit einigen Jahren, viele Überstunden beschert.

Trotz der vielen Arbeit ist der bekennende Workaholic und gebürtige Waldviertler seiner Heimat treu geblieben: „Ich pendle jeden Tag knapp 300 Kilometer“, erzählt er. „Als meine Kinder klein waren, wollte ich ihnen einfach den Lebensstandard bieten können, den wir in Groß-Siegharts haben. Und jetzt sind die Kinder mittlerweile zwar schon groß, wir fühlen uns aber sehr wohl und wollen gar nicht woanders hin.“

Den Fußballplatz, auf dem Marek als Bub davon träumte, wie Rapidler Hans Krankl zu kicken, hat er also nach wie vor vor der Haustür. Die innige Liebe zum Wiener Fußballverein besteht schon seit Jahrzehnten. „Deswegen“, so Marek, „ist meine Arbeit für mich weit mehr als nur Job. Da ist eine riesige Emotion dabei, und es ist für mich eine große Ehre, für den österreichischen Rekordmeister zu arbeiten.“