Die Sorgen der Österreicher. Laut einer neuen Online-Studie fürchten sich die Österreicher am meisten vor einer langen Dauer der Krise. Die Niederösterreicher vermissen am meisten den persönlichen Kontakt mit Familie und Freunden. Die Tiroler sorgen sich vermehrt um die Wirtschaft, die Wiener um die Nicht-Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen durch andere.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. April 2020 (16:21)
shutterstock.com/Rawpixel.com

Die Marktforschungsabteilung des „Observer“, ein Unternehmen, das sich mit Medienbeobachtung und Analyse beschäftigt, hat mittels Online-Interviews 1000 Menschen in ganz Österreich zu ihren Sorgen in der Corona-Krise befragt und wollte außerdem wissen, worauf sie sich am meisten freuen, wenn im Land wieder Normalzustand herrscht. Die Daten wurden von 3. bis 6. April erhoben, die Befragten sind repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung ab 16 Jahren.

Soziale Kontakte fehlen am meisten

Die Studie zeigt deutlich, dass die Österreicher den Kontakt zu Familie und Freunden am meisten vermissen (jeweils 63 %), danach steht der Wunsch nach Reisen (40%) sowie auswärts zu essen und zu trinken (39 %). Der Kultur-Genuss (28 %) fehlt vielen mehr, als der gemeinsame Sport (23 %), wobei dies die Jungen (bis 29) umgekehrt sehen. 

Im Bereich der Gastronomie werden vor allem Restaurants (57 %) und Kaffeehäuser (40 %) vermisst. Bars und Diskotheken fehlen immerhin 14 % der Befragten. 

Observer

Baumärkte fehlen den Befragten signifikant mehr als Garten- und Blumenmärkte, wobei sich Mann und Frau beim Baumarkt einig sind (62 %), die Frauen die Gartenmärkte aber stärker vermissen (58 zu 42 %). Auch Parfümerien, Bekleidungshandel, Schuhgeschäfte und Einrichtungshandel werden von Frauen mehr vermisst, genau wie der Buch- und Schreibwarenhandel. Männern geht der Sport- und Elektronikhandel stärker ab. Einigkeit zwischen Männern und Frauen besteht beim Friseur (63 %) und beim Optiker (47 %).

 

Das Schreckgespenst der langen Krise

Bei den Sorgen steht im Vordergrund, dass die Krise noch lange andauern könnte (41 %), diese Angst schlägt sogar knapp die Sorge um die eigene Familie (39 %). Auf beiden Ebenen ist die Sorge bei den Frauen größer (36 zu 42 %). Auch das Alter spielt in diesem Fall eine Rolle: Je älter die Menschen, desto größer die Sorge um die Krisendauer.

Dass viele Menschen an Corona sterben könnten wird vor allem von den Jungen befürchtet (31 %). Sich mit dem Virus anzustecken ist vor allem eine männliche Sorge der über Siebzigjährigen, die allerdings weniger Angst vor einem schweren Krankheitsverlauf  haben, als Frauen. 

Observer

Dass die Versorgungssicherheit nicht gegeben sein könnte, ist hingegen keine besonders ausgeprägte Angst der Österreicher (unter 10 %), die Jungen sorgen sich in diesem Bereich mehr.  

 

Unterschiede bei den Bundesländern

In der Regionalverteilung ist auffällig, dass Tirol als Region mit der höchsten Anzahl an Corona-Fällen, nicht außergewöhnlich mehr Sorgen hat, dort hat man sogar weniger Angst vor einer Ansteckung in der Familie. Nur bei der Sorge um die Wirtschaft liegt Tirol weit voraus (45 %), dicht gefolgt von der Steiermark (44 %). Die Wiener sorgen sich außergewöhnlich stark, dass die Maßnahmen nicht von allen eingehalten werden und vor einem Spitalsaufenthalt. 

Observer

Die Niederösterreicher liegen mit ihren Sorgen und Hoffnungen im gesamtösterreichischen Schnitt. Besonders stark vermisst man hier den persönlichen Kontakt zu Familie und Freunden (jeweils 64%), Reisen (36%) und Gastronomiebesuche (34%). Neben einer langen Dauer der Krise, befürchten die Niederösterreicher eine Ansteckung ihnen nahestehender Personen und eine allgemeine Wirtschaftskrise. Am meisten freuen sie sich auf die Öffnung von Lokalitäten zum Essen und Trinken und die der Friseure. 

 

Corona-Umfrage

  • Nach Corona: Welche Orte/Geschäfte werdet ihr zuerst besuchen?