Digitale Auszeit!. Die ständige Erreichbarkeit und Konfrontation mit der Arbeit verkürzt wichtige Erholungsphasen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 20. Juli 2017 (05:37)
GaudiLab/Shutterstock.com

Dreiviertel der Arbeitnehmer lesen in der Freizeit berufliche Mails. Das sagt eine Online-Befragung der TU Wien in Kooperation mit der Arbeiterkammer Niederösterreich. Und auch am Wochenende lesen 60 Prozent der Befragten Arbeitsmails. Obwohl 65 Prozent sagen, dass sie es bevorzugen, Arbeit und Privatleben strikt zu trennen.

Das Problem: „Durch den ständigen Stand-by-Modus werden die Erholungsphasen zu kurz“, so AK-Arbeitspsychologin Silvia Feuchtl. Ständige Erreichbarkeit und Arbeit, insbesondere an freien Wochenenden, führen zu Grübeln über die Arbeit, Gereiztheit und in Folge zu Schlafproblemen. Hin und wieder sind Mails & Co. kein Problem. Doch: „Wenn man über einen längeren Zeitraum abends und am Wochenende nicht abschaltet, dann häuft es sich“, so Feuchtl. Es ist ein schleichender Prozess, und irgendwann ist es dann zu viel. AKNÖ-Präsident Markus Wieser: „Die Ergebnisse zeigen, wie flexibel Arbeitnehmer bereits sind und welche belastenden Auswirkungen das hat.“ Doch: „Wer außerhalb der normalen Dienstzeit erreichbar ist, für den braucht es auch klare finanzielle Regelungen, etwa mit Überstunden oder Rufbereitschaft.“ Übrigens: „In der Freizeit haben Arbeitnehmer ein Recht darauf, nicht gestört zu werden“, erläutert Arbeitsrechtexperte Erich Tröstl. „Sie sind nicht verpflichtet, berufliche E-Mails abzurufen oder ans Diensthandy zu gehen.“ Außer, wenn Kollegen dringend ein Passwort benötigen usw.

Feuchtl rät: „Gönnen Sie sich eine digitale Auszeit!“

Nicht vorm Schlafengehen arbeiten. Keine Smartphones und Laptops im Schlafzimmer!

An arbeitsfreien Wochenenden, Feiertagen und im Urlaub keine Dienstmails lesen.

Zeiten der Erholung schaffen, zu denen man bewusst nicht erreichbar ist. Smartphone einfach einmal abschalten.