"Doctors for Future" in Österreich. Im Zuge von „Fridays for Future“ und „Scientists for Future“ jetzt neu: „Doctors for Future“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. September 2019 (00:00)
Bubu Dujmic
Die Gründungsväter von "Doctors for Future“: Die Umweltmediziner Hanns Moshammer, Hans-Peter Hutter und Peter Wallner (v.li.).

Der österreichweite Verein "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt" setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Umwelt ein. Aus seinen Reihen rekrutieren sich die Doctors for Future.

Die Organisation "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt" setzt sich bereits 30 Jahre für Anliegen des gesundheitlichen Umweltschutzes ein. Neben Luftverschmutzung, Lärm, elektromagnetischen Feldern oder Umweltchemikalien steht seit rund zwei Jahrzehnten auch die Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels im Zentrum der Aktivitäten. Die Umweltmediziner und Ärzte für eine gesunde Umwelt (ÄGU) Hans-Peter Hutter, Hanns Moshammer und Peter Wallner sind im Vorstand der „Doctors for Future“.

Warum die Gründung der „Doctors for Future“ (D4F)?

  • Die Klimakrise hat viele, teils dramatische Folgen auf die Gesundheit
  • Das Gesundheitswesen steht vor massiven Herausforderungen sowohl was die Klimawandel Anpassung als auch die eigenen Klimaschutzmaßnahmen betrifft
  • Es fehlt die Bereitstellung von personellen und materiellen Ressourcen
  • Es fehlt häufig eine detaillierte Vorbereitung auf diverse Notsituationen (z.B. immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse)
  • Es mangelt an Bewusstsein in der Ärzteschaft
  • Ärzte und Ärztinnen haben eine Vorbildfunktion in Bezug auf Ernährung und Mobilität
  • Die Ärzteschaft hat eine hohe Glaubwürdigkeit: Ihr Einsatz für Klimaschutz hat daher entsprechende Signalwirkung

Unterstützer aus dem Gesundheitsbereich gesucht

Mit der Gründung der D4F und der Unterstützung der „Future-Bewegung“ möchte ÄGU erneut auf die ernste Situation des Gesundheitswesens in der Klimakrise hinweisen und seine Aktivitäten verstärken. 

  • Die Unterstützungserklärung kann von allen Gesundheitsberufen unter www.aegu.net eingesehen und unterzeichnet werden.

Die Resolution 

Der Nationalrat bzw. die Bundesregierung
...

1. erklärt den Klimanotstand und erkennt damit die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität an.

2. erkennt an, dass die bisherigen Pläne und Maßnahmen auf nationaler Ebene nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen.

3. ergreift rasch Maßnahmen, welche den Ausstoß von Treibhausgasen nachweislich und massiv verringern, um die Emissionen bis 2030 auf Netto Null, ohne Einsatz von Kompensations-Technologien, zu reduzieren.

4. berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz bei jeglichen Entscheidungen und stellt mittels einer Bestätigung in jedem Antrag deren positive Auswirkung fest.

5. überprüft alle bestehenden Gesetze, Verordnungen bzw. Maßnahmen in Bezug auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz und passt diese im Sinne des 1,5°C Ziels, sowie des Umwelt- und Artenschutzes an.

6. orientiert sich bei allen Maßnahmen an den Berichten des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), des „Austrian Panel on Climate Change“ (APCC) und den Einschätzungen von anerkannten Expert*innen aus dem Klima- und Umweltbereich.

7. fordert die/den Bundeskanzler/in auf, dem Nationalrat und der Öffentlichkeit alle sechs Monate über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Emissions-Reduktion im Speziellen, sowie bei Umwelt- und Artenschutz im Allgemeinen, Bericht zu erstatten.

8. informiert die Bevölkerung Österreichs umfassend über die Klima- und ökologische Krise, ihre Ursachen und Auswirkungen sowie über die Maßnahmen, welche gegen diese ergriffen werden.

Begriffserklärung: Der „Klimanotstand” (engl. „climate emergency“) ist ein starkes politisches Signal, welches einen Kurswechsel in der Klima- und Umweltpolitik ankündigt. Die Klimakrise wird von den Entscheidungsträger*innen öffentlich als Aufgabe höchster Priorität anerkannt und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klima- und Umweltschutz zur Grundlage politischer Entscheidungen gemacht. Der Klimanotstand ist keine juristische Grundlage f ür die Ableitung von Notstandsmaßnahmen.

Die Erklärung dient dazu, alle Kräfte aus Politik und Bevölkerung zu bündeln, um gemeinsam sofortige und entschlossene Anstrengungen zum Klimaschutz zu leisten hin zu einer lebenswerten Zukunft für alle Menschen