Nationalparkforum: Projekt lässt Flüsse wieder fließen. Flussrevitalisierung sorgt an Donau, Schwechat und Fischa für mehr Artenschutz.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 08. Dezember 2020 (05:16)
Auch der Eisvogel, der in Europa noch immer zu den dezimierten Arten zählt, profitiert von der Renaturierung der Flüsse entlang des „Alpen Karparten Flusskorridors“.
Kudich

Damit Fische wieder zu ihren Laichplätzen wandern, Eisvögel nisten und auch Menschen am Fluss Erholung finden können, müssen Flüsse wieder natürlich fließen. Doch Ufer sind oft begradigt oder verbaut, sodass es viele Arten schwer haben, heißt es vonseiten des Nationalparks Donau-Auen.

Beim Nationalparkforum 2020, einer jährlichen Informationsveranstaltung für die Region, stand das Projekt „Alpen Karparten Flusskorridor“ im Mittelpunkt. Damit sollen die Lebensräume an bestimmten Flussabschnitten für heimische Arten naturnaher gestaltet werden.

„Das Projekt zeigt, dass man mit kleinen Maßnahmen große Auswirkungen erzielen kann.“Nationalpark-Direktorin Edith Klauser über ein Schülerprojekt für ein Winterquartier für die Würfelnatter

Seit Herbst 2017 setzt der Nationalpark Donau-Auen das Projekt mithilfe der EU und einiger Partnerorganisationen in Österreich und der Slowakei um. In der Modellregion zwischen Wien und Bratislava fanden zahlreiche Pilotprojekte mit Einbindung der Öffentlichkeit statt, zum Beispiel in Traiskirchen, Schwechat und Fischamend (Bezirk Bruck/Leitha).

Die Eingriffe an den Flüssen Schwechat und Fischa, wie zum Beispiel das Entfernen von Verbauungen an den Ufern, helfen Arten wie der Würfelnatter, dem Eisvogel und dem Flussfisch Nase. Diese haben dadurch wieder mehr Bewegungsfreiheit. Gerald Wolfauer, Ökologe in Traiskirchen, berichtete etwa, dass der Eisvogel sich in dem Flussabschnitt wieder angesiedelt habe, bei dem die Verbauungen entfernt worden sind.

Die lokale Bevölkerung habe die Maßnahmen in allen Gemeinden sehr positiv aufgenommen und teilweise daran mitgewirkt. In Schwechat bauten zum Beispiel Schüler ein Winterquartier für die Würfelnatter.

„Das Projekt zeigt, dass man mit kleinen Maßnahmen große Auswirkungen erzielen kann“, sagt Nationalpark-Direktorin Edith Klauser. Das Projekt läuft noch bis 2021, sein Erfolg wird aber erst in einigen Jahren zu sehen sein, sagt Projektleiter Christoph Litschauer: „Wenn man den Fluss jahrzehntelang einsperrt, dann kann das schon dauern.“