Durch neue Kur aktiver werden. Wer mit Problemen im Stütz- und Bewegungs- apparat auf Kur fährt, der wird viel Bewegung machen.

Erstellt am 24. April 2018 (01:14)
Fotocredit Moorheilbad Harbach
Therapeuten motivieren Patienten, wie Thomas Höbarth (r.), zu mehr Bewegung und zeigen, wie diese richtig ausgeführt wird.  

„Mein Therapieprogramm ist sehr umfangreich und beinhaltet Heilgymnastik, Ergometer-, Kraft-Ausdauer-Training und vieles mehr“, erzählt Thomas Höbarth. Der 48-Jährige ist wegen Rückenbeschwerden und dem Wunsch nach mehr Fitness gerade im Moorheilbad Harbach auf Kur. Genauer gesagt bei der Gesundheitsvorsorge Aktiv. So heißt das neue Programm der Pensionsversicherungsanstalt für die Indikation „Bewegungs- und Stützapparat“.

Ziel der Gesundheitsvorsorge Aktiv ist es, dass arbeitende Versicherte arbeitsfähig bleiben und Pensionisten nicht so bald pflegebedürftig werden. Das neue Programm wurde entwickelt, damit Vorsorgemaßnahmen länger wirken, Krankenstände reduziert und gesunde Lebensjahre erhöht werden.

Wer zurzeit einen Antrag auf Kur mit dieser Indikation stellt, die PVA zuständig ist und der Antrag genehmigt wird, landet in diesem neuen Programm.

"Der Fokus liegt vor allem auf Bewegung"

Und in diesem steckt – im Vergleich zu Kuren früher – jede Menge Aktivität. Markus Stradner von der Pensionsversicherungsanstalt: „Der Fokus liegt vor allem auf Bewegung, mentaler Gesundheit und gesunder Ernährung.“ Aktivtherapien und Sport sind die Basis. Die Eigenverantwortung des Betroffenen soll gestärkt, die erlernten Übungen und der Sport dauerhaft in den Alltag integriert werden.

Behilflich dabei sind Therapeuten, Ärzte, Psychologen usw. „Die Therapeuten sind sehr kompetent, immer freundlich, erklären, alles sehr genau und geben tolle Tipps. Außerdem werden verschiedene Schwierigkeitsstufen gezeigt, sodass für jeden etwas Passendes dabei ist“, beschreibt Höbarth.

Er will das, was er hier gelernt hat, auf jeden Fall zu Hause weitermachen und das eine oder andere auch an seine Nachwuchs-Fußballer weitergeben, verrät Höbarth, der sich im Fußballverein als Trainer engagiert.

„Die Patienten erhalten Tipps und Werkzeuge, mit denen sie Bewegung und Maßnahmen für die mentale Gesundheit regelmäßig in ihren Alltag einbauen können“, erläutert Karin Weißenböck, Geschäftsführerin des Moorheilbad Harbach, das schon einer der Pilotbetriebe war und jetzt wie weitere Betriebe das neue Programm anbietet.

Der Aufbau in Modulen und ein höheres Leistungsangebot würden zudem die Möglichkeiten, auf die individuellen Problemstellungen der Patienten einzugehen, erhöhen.

Den Aufenthalt 2:1 aufteilen

Noch ein Pluspunkt in dieser Hinsicht: Für berufstätige Patienten gibt es neu die Möglichkeit, den Aufenthalt zu splitten. Anstatt das Programm drei Wochen durchgehend zu absolvieren, können sie auch nur zwei Wochen fahren und die dritte Woche innerhalb von sechs Monaten abschließen.

Welchen Vorteil dieses Programm hat? „Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Patienten erfahren, dass sie ihre eigene Gesundheit zu einem großen Teil selbst positiv beeinflussen können“, so Weißenböck.