Bischof Schwarz: „Bin in meiner Heimat sehr verwurzelt“

Die beiden NÖN-Chefredakteure Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger führten das erste Interview mit dem neuen Diözesanbischof Alois Schwarz.

Aktualisiert am 22. Mai 2018 | 10:04
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Online-Interview mit Bischof Schwarz
Foto: Erich Marschik

NÖN: Sie wurden letzte Woche offiziell zum neuen Diözesanbischof von St. Pölten ernannt. War es für Sie ein Lebensziel, in die Heimat zurückzukehren, oder kam das überraschend?

Bischof Alois Schwarz: Für mich kam es sehr überraschend, dass ich nach St. Pölten berufen wurde, weil ich jetzt damit überhaupt nicht gerechnet habe.

Sie stammen aus Hollenthon in der Buckligen Welt,  einer bäuerlichen Gegend im Süden Niederösterreichs und sind Sohn eines Landwirtes. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Priester und Bauern?

Also der Bauer beurteilt seine Leistung an der Ernte, an der Fruchtbarkeit seiner Arbeit. Bei einem Bischof und den Priesters ist es auch so. Unsere Leistung kann nicht an einzelnen Faktoren abgelesen werden, sondern darin, wenn das Evangelium fruchtbar wird in den Herzen der Menschen.  Bauer, Priester und Bischof haben das Ziel,  Fruchtbarkeit zu ermöglichen. Unsere Aufgabe ist es auszusäen. Ich  glaube,  ich werde in den nächsten zehn Jahren viele gute Überraschungen erleben, was hier in dieser Diözese wächst und gedeiht, weil es Bischof Klaus ausgesät hat. Ich will einen aufmerksamen Blick auf das haben, was mein Vorgänger gesät hat und wo ich ernten darf. Das haben Bauern und Priester gemeinsam.

Online-Interview mit Bischof Schwarz
Foto: Erich Marschik

Es gibt in der Diözese viele Klöster und Stifte. Wie werden Sie diese in ihre Arbeit einbinden?

Ich werde mich bald mit den Äbten treffen, um zu erfahren, wie sie die Situation sehen. Sie sind hohe Repräsentanten der Kirche, im Land und für das Land.

Sie waren zuletzt 17 Jahre als Bischof in der Diözese Gurk-Klagenfurt tätig. Wie eng war in dieser Zeit ihr Kontakt zu Niederösterreich?

Ich habe alle meine Geschwister und das Grab meiner Eltern in der Buckligen Welt. Ich bin in meiner Heimatgemeinde sehr verwurzelt, bin dort Ehrenbürger und als Zweitwohnsitzer für die Landtagswahl und für die Gemeinderatswahlen wahlberechtigt. Und ich habe mein Wahlrecht in Anspruch genommen.

Wie viele Geschwister haben Sie?

Wir sind vier Buben und ein Mädchen, waren also zu fünft zuhause. Deshalb habe ich in Kärnten ausgegeben, dass ich jedes fünfte Kind in einer Familie persönlich taufe.

Online-Interview mit Bischof Schwarz
Foto: Erich Marschik

Das haben Sie durchgezogen?

Wenn ich gerufen wurde, habe ich das gerne gemacht. 

Wird das jetzt in Niederösterreich auch so gemacht werden?

Kinderreiche Familien sind etwas wunderbares. Wenn es etwas zur Familienentwicklung im Land beiträgt, mache ich das gerne. Mein Vorgänger hat das ja auch so gehandhabt. 

Wie geht es in den nächsten Tagen und Wochen weiter?

Nachdem ich erst ein paar Tage weiß, dass ich nach St. Pölten komme, muss ich schauen, wie ich alles in Kärnten ordne und zu einem guten Abschluss bringen kann. Ich muss vor allem viele Termine absagen. Ich werde aber jetzt schon öfter nach St. Pölten kommen, um mich vorzubereiten.

Wann wird die feierliche Einführung in das Amt sein?

Wir planen den Termin für Anfang Juli. Der Tag ist aber noch nicht fixiert. Bischof Klaus wird dann nach Wien übersiedeln und ich werde mit meinen Sachen hierher übersiedeln. Dann beginnt im Sommer die Intensivphase.

Wie der neue Diözesanbischof  Alois Schwarz die Arbeit seines Vorgängers Bischof  Klaus Küng  beurteilt und  was er für die Diözese St. Pölten und in den Pfarren plant, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der NÖN.