Die Au im Römerland. Zum 20. Geburtstag diesen Donnerstag bekommt NÖs und Wiens Nationalpark entlang der Donau eine neue Au – in Petronell.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 26. Oktober 2016 (04:56)
NLK Johann Pfeiffer, NLK Johann Pfeiffer
Carl und Maximilian Abensperg-Traun, Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bundesminister DI Andrä Rupprechter, Bürgermeister Dr. Michael Häupl.

„Darauf können wir stolz sein!“ Sagt der Bürgermeister. „Das ist ein Musterbeispiel!“ Sagt der Landeshauptmann. „Das ist ein großer Tag!“ Sagt der Direktor.

Denn: Wenn Niederösterreichs größter Nationalpark an den Donau-Auen diesen Donnerstag seinen 20. Geburtstag feiert, ist er auch gleich ein Stück größer.

277 Hektar sind es, um die das bisher 9.300 Hektar große Schutzgebiet zwischen der Wiener Lobau und der niederösterreichischen March-Mündung erweitert wird. 17 Hektar davon bei Mannswörth in Fischamend, also in Wien. Und 160 Hektar in Niederösterreich in Petronell.

Dort hat Biologe Bernd Lötsch schon 1986 sein Nationalpark-Institut eröffnet. Und dort ist auch eines der letzten und ursprünglichsten Au-Gebiete, die noch überflutet werden.

„Sumpfschildkröten haben wir keine. Und vor dem Seeadler fürchten wir uns. Der vertreibt uns die Reiher“, so der Naturschützer heute. Dafür ist die Fischfauna in der Petroneller Au eine der vielfältigsten.

Ein neues Stück Land und neue Partner

„Wir haben“, meint Nationalpark-Direktor Carl Manzano zu Petronell, „nicht nur Land gewonnen, sondern auch Partner.“ Die Familie Abensperg-Traun, der das neue Nationalparkland gehört, kümmerte sich schon „360 Jahre lang“ um die Au. Und hat noch einen Vertrag über 140 weitere Hektar unterschrieben, die nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden.

Wobei: Auch der Nationalpark selbst wurde vor dem Staatsvertrag vom 27. Oktober 1996 mit einem Handschlag besiegelt. Nämlich dem zwischen NÖs Landeshauptmann und Wiens Bürgermeister, „das war bei der Landeshauptleute-Konferenz in Neuhofen an der Ybbs“, erinnert sich Erwin Pröll. Funktioniert habe das „auch unter starkem Ringen“ ausgezeichnet. Wenn diese Zusammenarbeit, auch mit dem Bund, „nicht funktioniert, können wir nicht arbeiten“, so Carl Manzano. „Wir werden ja nie erwachsen!“

Wachsen könnte der Nationalpark allerdings schon noch. Bernd Lötsch: „Deutsch-Altenburg wäre auch noch schön!“