Wo die Römer schipperten. Entlang des antiken Donaulimes will die Kremser Donau-Uni 2022 ein originalgetreues Römerschiff auf die Reise schicken.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 19. August 2020 (01:17)
Eine der Wegmarken am römischen Limes entlang der Donau: der Hungerturm in Traismauer.
Haider

Am Ende heißt es: Leinen los! Und zwar für das erste, originalgetreu nachgebaute Donauschiff. Das will die Kremser Donau-Uni gemeinsam mit insgesamt 45 Partnern aus zehn Donau-Ländern in den nächsten zwei Jahren bauen. Nur mit historischen Werkzeugen, ganz ohne moderne Hilfsmittel und genauso, wie die Römer im vierten Jahrhundert nach Christi ihre Donauschiffe konstruierten. Und das will man im Sommer 2022 auch zu Wasser lassen.

„Living Danube Limes“ heißt das zugehörige EU-Projekt. Dafür hat das Zentrum für Kulturgüterschutz der Donau-Uni in Krems gerade den Zuschlag erhalten. Und will mit einem Budget von 3,2 Millionen Euro eine der größten Grenzanlagen der Welt, den Donaulimes, erforschen, erhalten und sichtbar machen.

Dazu sollen die archäologischen Museen entlang der Donau vernetzt werden, eine eigene App entwickelt werden, die Bevölkerung im Zuge von „Living History“-Veranstaltungen eingebunden werden und eine europäische Kulturroute erstellt werden. Erklärtes Ziel: die Nominierung des Donaulimes als UNESCO-Weltkulturerbe.