Evangelische starten in das Jubiläumsjahr

Erstellt am 19. Januar 2022 | 02:30
Lesezeit: 2 Min
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Rechtzeitig zum Jubiläum erstrahlt die Superintendentur in der Julius-Raab-Promenade in St. Pölten in neuem Glanz. Im Hintergrund: Die evangelische Stadtkirche St. Pöltens, die seit 1998 die Hauptkirche ist.
Foto: Lohninger
1947 übersiedelte die Evangelische Kirche ihren Landessitz. Das Jubiläumsjahr will man für einen Neuanfang nutzen.
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Mit einem Festgottesdienst und einem interreligiösen Friedensgebet startet die Evangelische Diözese am 23. Jänner in Baden in das Jubiläumsjahr: Vor 75 Jahren wurde Niederösterreich zur eigenen Superintendentur – und damit zur siebenten in Österreich. Damals war der Amtssitz in Baden, später in Bad Vöslau. Seit 1998 ist die Superintendentur in der Landeshauptstadt St. Pölten.

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Lars Müller-Marienburg: Start ins Jubiläumsjahr.
Foto: epd/Uschmann

„Vor 75 Jahren war die Evangelische Kirche wenig in der Öffentlichkeit und in der Republik verankert. Die Evangelischen wurden als Fremdkörper wahrgenommen“, blickt Superintendent Lars Müller-Marienburg im Interview mit der „Kirche bunt“ zurück. Mit der Schaffung einer Superintendentur in Niederösterreich sei es gelungen, dass sie als Ansprechpartner wahrgenommen werde, die „im Denken des Landes“ verankert ist. Auch das Verhältnis der Evangelischen Kirche zur Katholischen Kirche sei heute anders als damals: „Für uns ist völlig klar, dass es ohne Ökumene nicht geht. Die anderen Religionen und Konfessionen sind auf keinen Fall unsere Konkurrenten – denn inzwischen sind rund 30 Prozent der Bevölkerung ohne religiöses Bekenntnis. Wir haben also genug Missionsgebiete.“

Die Herausforderungen der Gegenwart sind für beide Kirchen ähnlich: Eine Struktur, die auf mehr Menschen ausgelegt ist, muss von immer weniger Gläubigen getragen werden. Zugleich erleben Esoterik und Co. regen Zulauf. „Die Menschen haben ein spirituelles Bedürfnis, sie haben Sehnsüchte und Fragen“, meint Müller-Marienburg. Die Kirchen hätten aber den Anschluss an die Fragen der Menschen verloren. Das Jubiläumsjahr soll deshalb auch dazu dienen, „dass die Pfarrgemeinden ihre Energie in Neuanfänge investieren“.

Die weiteren Eckpunkte des Jubiläumsjahres: der NÖ-Kirchentag in Waidhofen/Ybbs (16. Juni) und ein Festakt im Landtag in St. Pölten (21. Oktober).