Der Hype um Alpakas hält an. Alpakas haben ihren Ursprung in den Anden. Doch auch in Niederösterreich haben sie eine Heimat gefunden – und werden hierzulande immer beliebter.

Von Michael Chudik. Erstellt am 15. April 2021 (05:49)

Jetzt könnte man meinen, dass das Alpaka andere klimatische Bedingungen gewöhnt ist. Dem ist aber nicht so! „In Südamerika leben die Tiere teilweise in einer Höhenlage von bis zu 5.000 Metern“, schildert Thomas Pötsch, Präsident des Österreichischen Alpakazuchtverbands. „Sie haben eher Probleme mit der Hitze als mit der Kälte. Und sie sind zudem sehr anpassungsfähig.“

In ganz Österreich soll es an die 10.000 Tiere geben. „Die meisten entfallen auf die Steiermark, dann kommt aber schon Niederösterreich“, erklärt Pötsch. Hier sollen aktuell etwa 2.000 Alpakas zuhause sein. Doch warum ist hierzulande ein derartiger Hype um das exotische Tier entstanden?

„Alpakawolle ist begehrt, weil es ein Qualitätsprodukt ist. Sie fühlt sich wesentlich angenehmer an als andere Naturwollen, hat eine höhere Wärmewirkung und wirkt völlig antiallergisch“, weiß Pötsch. Ein weiterer Grund ist der Charakter der Tiere. Ihre sanfte und ruhige, aber lebensfrohe Art macht sie zu einem Freund des Menschen.

Alpakawanderungen immer beliebter

Aus diesem Grund werden Wanderungen mit den Alpakas angeboten. So zum Beispiel die Alpaka-Freizeitalm von Lambert Freudhofmaier, der zusammen mit seiner Frau schon über zehn Jahre Alpakas im Weinviertel (Kreuzstetten und Grafensulz) beheimatet. Die Familie Freudhofmaier hält übrigens nichts von der Alpakazucht. Ihr Zugang ist es, das Tier als Weggefährte zu begleiten.

Auch der Alpakahof Dirndltal in Hofstetten (Mostviertel) hegt und pflegt die Tiere seit vielen Jahren. „Wir haben sie damals im Urlaub gesehen“, erinnert sich Besitzerin Sonja Lorenz. Zusätzlich zu den Wanderungen bietet der Dirndltal Alpakahof auch verschiedene Alpaka-Wollprodukte an. Von Hauben über Schuheinlagen bis zur Steppdecken, all das kann man erwerben. „Die Wollprodukte selbst herzustellen ist schwierig. Dazu braucht man große Maschinen, auch das Waschen der Wolle ist aufwendig“, erzählt Sonja Lorenz. Aus diesem Grund wird die geschorene Wolle in die Steiermark geschickt, wo die Produkte hergestellt werden.

Die Alpaka-Freizeitalm der Familie Freudhofmaier produziert eine Vielzahl ihrer Produkte selbst. Zumindest „alles was mit der Filzerei möglich ist. Wir stricken aber auch Hauben und Schals“. Beide niederösterreichischen Vertreter betreiben ihre Farm nebenberuflich.