Könnte es echte Zombies geben?. Eine Antwort auf diese Frage liefert Johannes Passecker aus Waidhofen an der Ybbs. Er ist kognitiver Neurowissenschaftler an der Medizinischen Universität Wien und Blogger.

Erstellt am 12. Dezember 2017 (12:44)
zVg
Johannes Passecker 

In Literatur und Film werden viele verschiedene Formen von Zombies beschrieben, und keine davon gibt und wird es im echten Leben geben. Dennoch existiert eine sehr seltene psychiatrische Störung, die viele Gemeinsamkeiten mit Zombies besitzt.

Der Körper lebt, der Geist ist tot – ungefähr so wird das nach seinem Entdecker benannte „Cotard Syndrom“ charakterisiert. Patienten beschreiben das Syndrom als extrem nihilistisches Erlebnis. Betroffene glauben, dass Teile des Körpers nicht zu sich selbst gehören, oder noch schlimmer, dass man selbst gar nicht mehr existiert.

Leidtragende verspüren keinen Antrieb mehr. Betroffene schmecken noch fühlen sie etwas und sterben meist daran, weil sie kein Bedürfnis an Nahrungsaufnahme sehen. Eine Studie beschreibt extrem verminderte Gehirnaktivität, im Parietal- und Frontallappen des Gehirns, die einer Narkosesituation ähnelt. Im Kontrast zu Zombies stirbt beim Cotard Syndrom zuerst der Geist und dann der Körper.