Wie entsteht ein Déjà-vu?. Eine aktuelle Situation schon einmal erlebt zu haben: Das Phänomen Déjà-Vu kennen viele Menschen. Was möglicherweise dahintersteckt, erklärt Margit Höfler von der Donau-Universität Krems.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 30. April 2021 (04:55)
Symbolbild
Unsplash/Amanda Dalbjor, Unsplash/Amanda Dalbjor

Jemand erzählt einem etwas im Alltag - am Gartenzaun, Küchentisch oder in einem Geschäft. Und man hat das Gefühl, genau diese Szene schon einmal in der Vergangenheit erlebt zu haben. Die Rede ist von einem Déjà-vu. In solchen Momenten hält man inne und überlegt: War das schon einmal? Spielt mir mein Hirn einen Streich?

Wie kommt es zu Déjà-vus?

Margit Höfler: Das Gefühl eines Déjà-vus (frz.: „schon gesehen“) ist fast jedem geläufig: Man glaubt einen kurzen Moment lang, dass man etwas, was man gerade erlebt, schon einmal erlebt oder zumindest geträumt hat. Aber man kann nicht genau sagen, woher diese Ahnung kommt. Ungefähr zwei Drittel der Menschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben ein Déjà-vu, etwa 98 Prozent davon sogar mehrmals. Das Phänomen tritt in der Regel meistens nicht einmal jährlich auf.

Mag. Dr. Margit Höfler, BA arbeitet im Zentrum für Demenzstudien der Donau-Uni Krems und forscht zu Demenz bzw. Demenzprävention und Aufmerksamkeit/ Gedächtnis.
Andrea Reischer

Nur rund 20 Prozent berichten über ein Auftreten einmal im Monat. Ältere Personen und Jugendliche sind weniger davon betroffen. Stress und Müdigkeit können die Auftretenshäufigkeit erhöhen. Grundsätzlich ist ein Déjà-vu aber harmlos, solange es nicht zu häufig auftritt oder länger andauert. Die Ursache von Déjà-vus ist nach wie vor unklar. Eine derzeit in der Wissenschaft vertretene Erklärung ist, dass es sich um ein Gedächtnisphänomen handelt: Eine Erinnerung, die irgendwann im Langzeitgedächtnis gespeichert wurde und für die aktuelle Situation relevant ist, wird unbewusst abgerufen.

Zum Beispiel hat man einen einzelnen Gegenstand oder Ort schon früher einmal in einem anderen Zusammenhang gesehen (etwa als Foto), kann diese Information aber nicht mehr korrekt zuordnen. Ein anderer Ansatz ist, dass man beim Wahrnehmen eines Objekts kurzfristig unaufmerksam ist, ihm gleich danach aber die volle Aufmerksamkeit schenkt und dadurch ein Déjà-vu auslöst. Ein ähnliches und auch noch unerklärtes Phänomen ist übrigens das Jamais-vu (frz.: „nie gesehen“) – hier hat man das Gefühl, dass einem ein Wort oder ein Objekt für einen Moment nicht vertraut vorkommt.