Zeit schenken in NÖ-Heimen. Ehrenamtliche fördern unter anderem die Kommunikationsfähigkeit von Heimbewohnern und mehr.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 06. Februar 2018 (00:03)
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Der Alltag bietet oft nicht die Möglichkeit, so viel Zeit mit Heimbewohnern zu verbringen, wie man es sich wünschen würde. Ehrenamtliche können diese Zeit bieten.

Mit Heimbewohnern Zeit verbringen, gemeinsam spazieren gehen, zuhören, vorlesen, Karten spielen …

Rund 2.500 freiwillige Helfer sind in Niederösterreichs Pflegeeinrichtungen aktiv. „Freiwilligenarbeit ist hier nicht mehr wegzudenken“, betonte Landesrätin Barbara Schwarz bei der Tagung Ehrenamt der Arge NÖ Heime in St. Pölten.

Für Pflegekräfte bleibt neben der eigentlichen Pflege oft zu wenig Zeit. Zu wenig Zeit für Gespräche, um sich ans Bett zu setzen …

„Es entstehen emotionale Lücken bei den Bewohnern“, so Jeanett Kügler. Doch diese Lücken kann Freiwilligenarbeit auffüllen. „Durch die persönliche Zuwendung und die regelmäßige Kommunikation von Freiwilligen können Kommunikationsfähigkeit und Zugehörigkeitsgefühl gefördert werden“, so Kügler. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt usw.

Freiwilligkeit hat ihre Vorzüge

Doch nicht nur der Bewohner alleine profitiert davon. „Freiwilligkeit führt zu Zusammenhalt in der Gesellschaft und sorgt für eine hohe Lebensqualität.“ Wenn berufliche Mitarbeiter und Freiwillige sich achten und wertschätzen, so Troyer, würden beide auch voneinander lernen können. Beide unterliegen Sicherheits- und Qualitätsstandards, beide wollen Menschen helfen …

„Die Qualität hat sich verändert“, so Dietmar Stockinger, Obmann der Arge NÖ Heime. Klara Troyer: „In den letzten 20 Jahren hat sich ein Wandel zur Professionalisierung der Freiwilligentätigkeit vollzogen. Das bringt höhere Anforderungen und umfangreiche Trainings mit sich.“ Die Administration hat zugenommen. Bestimmte Sicherheitsbestimmungen sind nötig.

Die Gründe, warum Menschen ehrenamtlich tätig sind, sind unterschiedlich. Und variieren von Generation zu Generation. Manche tun es, weil sie etwas Sinnvolles beitragen können, andere, um sozial eingebunden zu sein. Darüber hinaus ist ein gewisses Ausmaß an Freiwilligkeit auch gesund.

Junge Menschen wiederum wollen zum Beispiel etwas bewegen, wollen Anerkennung oder gemeinsam mit Freunden etwas unternehmen.